Bürgermeisterin Elke Stadeler hat zur jüngsten Stadtverordnetenversammlung eine Zwischenbilanz zur Umsetzung des Beschlusses „Strausberg frei von Graffiti-Schmierereien“ gezogen. Als positive Beispiele nannte sie die Stadtwerke, die Strausberger Eisenbahn und den Wasserverband Strausberg-Erkner.
Im März dieses Jahres hatten die Stadtverordneten eine Vorlage von Linken und SPD bestätigtund Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Einrichtungen und Vereine aufgerufen, sich an der Initiative „Strausberg frei von Graffiti-Schmierereien“ zu beteiligen. An die Bürgermeisterin ergingen verschiedene Aufträge, insbesondere mit städtischen Gesellschaften, Eigenbetrieben und Einrichtungen dafür zu sorgen, das Äußere ihrer Gebäude in Ordnung zu halten. Verlangt war zudem, jährlich in der Stadtverordnetenversammlung im Dezember zu berichten.
Dies ist nun schon etwas früher passiert. Sicherlich auch, weil sich Positives vermelden ließ. Zum Beispiel haben die Stadtwerke insgesamt zwölf ihrer Trafohäuschen im Stadtgebiet reinigen bzw. neu gestalten lassen. Zum Beispiel jenes an der Straßenbahnhaltestelle Landhausstraße. Das war schon einmal besprayt worden, aber zwischenzeitlich hatten Schmierer sich darüber verewigt. Die Strausberger Firma Idealarts hat dem Gebäude vor wenigen Tagen ringsum eine neue Fassade verpasst. Insgesamt hätten die Stadtwerke für die Arbeiten rund 10 000 Euro ausgegeben, sagte die Bürgermeisterin.
Ähnlich „hinterher“ ist die Strausberger Eisenbahn. Man sei „ständig dran“, so Betriebsleiter Uwe Kunath. Verkehrsunternehmen gehörten generell zu den am meisten von Schmierereien Betroffenen, weiß er. Innerhalb weniger Tage, manchmal sogar innerhalb von Stunden werde reagiert. An der Haltestelle Hegermühle habe man das Problem ganz gut in den Griff bekommen. Zuletzt war auch die Station am Stadtwald verändert worden. Meist würden die Reinigungsarbeiten in Auftrag gegeben, weil sie Spezialmittel erforderten. Papierkörbe würden in Eigenregie neu gestrichen, weil dies kostengünstiger sei. Wie Kunath weiter sagte, würden sämtliche Vorfälle zur Anzeige gebracht. Auch die bislang noch katastrophal anmutenden alten Wartehallen an den Stationen Hegermühle, Schlagmühle und Landhausstraße sollen nicht so bleiben. Immerhin stehen die denkmalgeschützten Gebäude demnächst 100 Jahre.
Für die Strausberger Wohnungsbaugesellschaft ist das Beseitigen von Schmierereien „Tagesgeschäft“, wie Frank Ziebandt sagte. Man müsse umgehend reagieren, denn einer ersten Krakelei folgten schnell weitere. Die SWG wende „viel Geld“ auf, damit ihre Objekte sauber bleiben. In der Altstadt hatte die Firma Appolloart für SWG und Stadtwerke jüngst Postkartenmotive auf ein Trafohaus gebracht.
Neben den städtischen Unternehmen seien auch der Wasserverband Strausberg-Erkner und die Deutsche Post auf der Linie und würden bekannte Graffiti „unverzüglich“ beseitigen, hob die Bürgermeisterin hervor. Rührig ist zudem die Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau. Sie hatte unlängst einen Durchgang im Wohngebiet Hegermühle, der beliebtes Ziel von Schmierfinken war,in ein „Wohnzimmer“ umgestalten lassen (MOZ berichtete).
Bei weiteren zwölf betroffenen Firmen sei dies nicht so. Auch von 24 angeschriebenen Einzeleigentümern hätten nur wenige reagiert, resümierte das Stadtoberhaupt. Sie sollen in diesem Monat erneut um Unterstützung gebeten werden.
Die Stadt selbst stellt jährlich bis zu 10 000 Euro für ihre Liegenschaften zur Verfügung. Zudem sollen positive Beispiele auf ihrer Internetseite gezeigt werden.