Schon diesen Umzug werden die Zinndorfer und alle anderen, die dabei waren, lange nicht vergessen. Mittendrin 42 Trecker, die wohl längste Parade dieser Art weit und breit – neben den Freunden alter Landtechnik Märkische Schweiz aus Ort und Umgebung maßgeblich als Gäste unterstützt von den Treckerfreunden Barnim. Der von 1936 stammende Lanz Bulldog, heute in den Händen der Feuerwehr, leitete dann über zu den 15 Feuerwehrfahrzeugen im hintersten Teil. Erst die „guten Alten“ aus Zinndorf und Rehfelde, irgendwo mittendrin der Garziner Feuerwehrtrabi, ansonsten rollendes Material der Moderne, mit dem die Brandschützer-Kollegen aus der gesamten Nachbarschaft Flagge zeigten.
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Garzauer, Garziner und Grunow-Ernsthofer aus dem eigenen Amtsbereich fehlten da ebenso wenig wie die Müncheberger, die Herzfelder und die Kienbaumer. Und auch ein Oldtimer aus Berlin mit Aufkleber vom 150-jährigen Jubiläum der hauptstädtischen Wehr 2001 wurde von den beiderseits der Straße dicht gedrängt stehenden Schaulustigen nicht minder bejubelt.
Das vordere Drittel des Zuges hatte zu diesem Zeitpunkt schon längst die Spitzkehre am Gasthaus Dunger passiert. Etliche Zweiräder von der Schwalbe bis zum modernen Motorrad, der Wagen mit der Erntekrone, auch ein Gefährt, auf dem der BUND auf die Gefährdung der Umwelt aufmerksam machte. Dazu, wiederum zu Fuß, die Kita Raxli-Faxli, die Crazy Basement Liners (Linedancegruppe unter dem Dach des SV Grün-Weiß Rehfelde), die zahlreich vertretene Jugendfeuerwehr und, gleich hinter der den Zug anführenden Kapelle, die polnischen Gäste, auch sie in ihrer Aufmachung ein echter Hingucker.
Begonnen hatte die Jubiläumsauflage des noch vor der Jahrtausendwende geborenen Festes bereits am Freitagabend. Dem noch etwas beschaulicheren „Vorglühen“ folgte am Sonnabend das zentrale Programm der drei tollen Tage, bei dem es kaum einmal eine richtige Pause gab. Kaum hatten die jungen polnischen Bläser draußen auf dem Platz ihr kleines Konzert beendet (nicht der einzige Auftritt), ergriff im großen Zelt Alf Weiß das Mikrofon, um mit „Griechischer Wein“, „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ oder „Aber bitte mit Sahne“ die Liste der Stimmungshits fortzusetzen. Nur kurzzeitig überließ er anderen das Feld, als nämlich die Tänzerinnen und Tänzer des Volkstanzensembles „Krajna“ aus Strzelce Krajenskie über den hölzernen Untergrund wirbelten.
Die Partnerschaft mit Zwierzyn, die der Zinndorfer Bürgerverein einst geknüpft hat, steht nicht nur auf dem Papier, sondern wird über die Jahre vielfältig mit Leben erfüllt. Das zeigte auch im anderen Zelt die Fotoausstellung, von zahlreichen Besuchen und gemeinsamen Aktivitäten kündend. Nicht nur dabei hatte Simone Donath, zudem Sticker verteilend, den Hut auf, sondern ebenso für den nunmehr 8. Strohpuppenwettbewerb. Unter den Fotos der einzelnen Kunstwerke wie Angler, Feuerwehrmann, Nager-Familie oder „Heckenspringer“ hingen gelbe und blaue Säckchen mit Loch zum Einwerfen der Wertungszettel.
Für ihr besonderes Engagement wurde Simone Donath ebenso durch Bürgermeister Reiner Donath und Ortsvorsteher Detlef Krüger geehrt wie Anja Schrot und Fabian Haupt in Sachen Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie Florian Haupt, stellvertretender Wehrführer und im Bürgerverein-Vorstand dabei. Dazu Marco Schrot, der nun seit 2017 die Wehr anführt, sich über aktuellen Rückhalt durch 32 Aktive, elf Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung sowie 39 Mädchen und Jungen im Nachwuchsbereich freuen kann. Dass dort gleich sechs Kameraden mit Herzblut als Betreuer im Einsatz sind, bilde die Basis des Erfolgs, betont Schrot. Und die 2002 gegründete Jugendwehr wachse stetig weiter. Immerhin 60 der 90 Jahre Zinndorfer Feuerwehrgeschichte hat Werner Pflaume aktiv mitgestaltet. Dafür war er, u. a. Wehrführer 1977 bis 2002, durch Amtsdirektor Marco Böttche schon am Vormittag mit der Verdienstmedaille des Landes in Gold (Sonderstufe) gewürdigt worden.