Insgesamt fünf Schulen in Trägerschaft der Stadt haben das beim Kreis bereits länger praktizierte Projekt "Energiesparen an Schulen" 2012 in Angriff genommen. Ziel ist es, durch Änderung des Nutzerverhaltens, zum Beispiel richtiges Lüften, Energie zu sparen. Jede Einrichtung, der das gelingt, wird mit einer Prämie belohnt. Denn auch die Kommune spart so Geld. Ein Viertel der Summe wird ausgeschüttet.
Die erste Auswertung hatte es vor wenigen Tagen in der Hegermühlen-Grundschule im Beisein des Fördervereins gegeben. Nach Angaben aus der Stadtverwaltung sank der Verbrauch bei Strom um mehr als 7000 und bei Wärme sogar um über 66 000 Kilowattstunden. Das entspricht einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um mehr als 20 Tonnen. Dafür wurde die Einrichtung mit gut 1200 Euro belohnt.
Am Mittwoch bekam die Grundschule Am Annatal ihre Ergebnisse. Beim Strom lag die Einrichtung sogar deutlich über dem anhand von vergleichbaren Gebäuden prognostizierten Sparpotenzial. Auch bei Wärme wurden laut Sebastian Fröbrich aus der Stadtverwaltung "sehr gute Ergebnisse" erzielt. "Wir drehen die Heizung runter, machen bei Sonne die Vorhänge auf und das Licht aus", berichteten Jessica aus der 4. und Paul aus der 5. Klasse, in ihren Gruppen Energiebeauftragte. Die gibt es ab Klassenstufe drei. Fünftklässler Florian achtet zudem auf das Licht in den Umkleiden der Sporthalle. Schulleiterin Christiane Meikstat-Probst muss nun genauer hinsehen, wenn sie die sechste Klasse sucht: "Früher konnte ich erkennen, ob sie oben oder unten Unterricht hat, weil Licht brannte. Heute nicht mehr", erzählte sie. Zudem seien Heizregler in den Fluren verändert worden. In den nächsten Tagen will sie mit der Arbeitsgruppe Energie die Temperaturen in den Klassenräumen vor dem Unterrichtsstart überprüfen, kündigte sie an. "Ziel ist aber nicht, dass ihr in den Klassenräumen friert", stellte Fröbrich klar. Der Hausmeister will indes mit Jens Fischer von den Stadtwerken die Regelung der Heizanlage durchgehen, denn die läuft derzeit auch an den Wochenenden.
Florian und Norman aus der 4. Klasse nahmen Urkunde und Pokal für die Schule in Empfang, die gut 1500 Euro Prämie werden überwiesen. Die Energiebeauftragten sollen in den Klassen die Verwendung besprechen. In der Mittwochsrunde kam schon der Wunsch nach einer Schaukel. Die Schulleiterin kann sich aber auch einen gemeinsamen Ausflug aller vorstellen.
Die größten Früchte trug das Projekt in der Vorstadt-Grundschule. Dort wurde zwar bei Wärme mit gut 46 000 gesparten Kilowattstunden nicht ganz so viel erreicht, aber umso mehr beim Strom, wo über 10 000 Kilowattstunden zu Buche schlagen. Zudem haben Schüler und Lehrer 43 Kubikmeter weniger Wasser verbraucht. Die Prämie fällt denn mit gut 1800 Euro auch am höchsten aus. Heute gibt es in der Vorstadt die Auswertung.
Am Projekt beteiligen sich auch die Anne-Frank-Oberschule und die Grundschule am Wäldchen. Sie sparten Wärmeenergie, vermieden so fast 14 bzw. gut fünf Tonnen CO2.