Nach dem traditionellen Anfliegen am Osterwochenende wollten die Segelflieger dann in den Ferien eigentlich so richtig durchstarten. "Allerdings hat das Wetter da nicht so richtig mitgespielt", berichtet Club-Vize Rouven Lehmann, während eines der Flugzeuge auf der Grasbahn landet. "Ein paar flauschige Wolken wären ein hilfreicher Indikator für eine gute Thermik", sagt der 24-Jährige, der vor zehn Jahren im Flieger-Club angefangen hat. Aber am blauen Himmel ist am Sonnabendvormittag um 10 Uhr keine Wolke zu sehen. Lehmann hat keinen Wetterbericht gehört und ist mit den augenblicklichen Bedingungen nicht recht zufrieden. Wenn es später wärmer wird, sich der Wind legt, dann - so seine Hoffnung - werde sich auch die Thermik verbessern.
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Eine Stunde später ist in der Beziehung wenig passiert. Alex Splisteser war nur gute zehn Minuten oben. "Der Wind", sagt der lizensierte Kunstflieger und schüttelt den Kopf. Unten empfängt ihn sein 14-jähriger Sohn Dominik, der auch Vereinsmitglied ist.
Später lässt sich neben anderen auch Udo Heidelberger mit der rund 1400 Meter langen Winde in eine Höhe von gut 400 Metern bringen. Für die Winde verantwortlich ist an diesem Tag Andy Poppenberg.
Er besetzt einen von drei Posten, die vor dem ersten Start eine feste Größe sind. Dazu gehört noch die Liste der Fluglehrer und der Startleiter. Das ist an diesem Sonnabend Volker Walter. Er notiert akribisch jede Flugbewegung sowie die Start- und Landezeiten.
Bis zum Vorjahr sei das noch alles auf Papier festgehalten worden, berichtet Rouven Lehmann: "Nun geschieht das Online, im Winter haben wir die entsprechende Technik gekauft."
Derweil gehen die Starts und Landungen weiter. Einige nutzen die einsitzige Astir CS, den Golf unter den Segelflugzeugen, wie, Lehmann sagt. Andere heben in einem Doppelsitzer des Typs ASK 21 ab.
Der Verein verfügt über einen Ultraleicht-Flieger zum Schleppen als Alternative zur Seilwinde und sechs Segelflugzeuge - allesamt gebraucht. Die Preisspanne umreißt der Vereinsvize von 30 000 bis 60 000 Euro. Jährlich gibt es den geforderten TÜV, alle 3000 Flugstunden eine große Inspektion.
Dass von den gut 60 aktiven Mitgliedern eine recht große Zahl aus Berlin kommt, hängt vor allem mit dem S-Bahnanschluss zusammen. Dadurch sind auch Jugendliche nicht auf den elterlichen Transport angewiesen. Und dann wird immer wieder auf die angenehme Atmosphäre und das Vereinshaus hingewiesen. Die dortigen Übernachtungsmöglichkeiten werden gerne genutzt.
Stets willkommen im Verein sind Gäste. Ein Zehn-Minuten-Flug koste 20 Euro und werde gerne ausprobiert, weiß Jörg Bradschetl, der im Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Wer mehr will, könne beispielsweise in den Sommerferien an Schnupperkursen teilnehmen.
Und dann kündigt der begeisterte Segelflieger noch die geplante Anschaffung eines Leistungsdoppelsitzers an. Mit dem Trainingsflugzeug könnten talentierte Flugschüler, Lizenzpiloten und Fluglehrer sechs bis sieben Stunden in der Luft sein: "Übrigens ohne eingebaute Bordtoilette und ohne Catering", wie Jörg Bradschetl hinzusetzt.
Das Wochenend-Wetter wurde allseits gelobt, die Mitglieder des Flieger-Clubs Strausberg haderten indes mit dem Wind