Jenseits ihrer beruflichen Ver- pflichtungen als Zugbegleiterin hilft sie an vielen Wochenenden im Team des Jockeyservice von Jochen Möller. "Wir sind alle aus Freude am Rennsport unentgeltlich dabei", betont Susann Gossing. Nur so funktioniere vieles, nicht zuletzt im Rennsport, von dem manche sagen: "Wir sind wie eine große Familie." Sehr wichtig ist ihr das Miteinander. Sie kümmert sich rührend um die ehemalige Hoppegartener Rennreiterin und Trainerin Veronika Zantow. Sie ist durch stark eingeschränkte Beweglichkeit auf die Hilfe anderer angewiesen. Susann Gossing holt die Rentnerin zu den Renntagen mit dem Auto ab und bringt sie wieder nach Hause. Nicht nur nach Hoppegarten, auch nach Leipzig oder wie Anfang August nach Bad Doberan. "Ich kenne Veronika aus ihrer aktiven Zeit", erklärt die umtriebige Frau und fügt hinzu: "Wir sind freundschaftlich verbunden. So war für uns zweimal Urlaub auf Zypern ein besonderes Erlebnis."
Zu Pferden fand Susann Gossing, damals wohnhaft in Leipzig, während eines Ferienaufenthalts bei der Großmutter in Halberstadt. "Sie hatte mich in einem Reitstall angemeldet." Zurück in Leipzig, ging nichts mehr ohne Pferde. "In der Zeitung hatte ich von der Rennbahn im Scheibenholz gelesen. Ich habe mich 1974 bei Trainer Hans Lewicki zum Helfen im Stall beworben. Da war ich zwölf und fasziniert vom Geschehen, meine Initialzündung beim Rennsport."
20 Jahre in der Jockeystube
Dem Wechsel nach Berlin folgte weiteres Rennsport-Engagement. "Seit 20 Jahren helfe ich nun schon Jochen Möller in der Jockeystube", macht Susann Gossing deutlich, "ich freue mich auf jeden Renntag und natürlich auf den kommenden Sonnabend, zumal wir nach den Rennen noch gemütlich im Biergarten zusammensitzen."