Wie aus einer Pressemeldung hervorgeht, sprachen sich fast 80 Prozent der Teilnehmer für den Musiker und Komponisten Daniel Tzschentke als ihren Landratskandidaten aus. Der 41-Jährige wohne seit fünf Jahren in Fredersdorf und sei zur Piratenpartei gestoßen, weil er sich "mehr und mehr an der Alternativlosigkeit der althergebrachten Politikszene störte". Die Piraten hätten auch kein Allheilmittel, wird Tzschentke, alias Daniel Colletti, zitiert, "aber viele frische und unverbrauchte Ideen - wie zum Beispiel das bedingungslose Grundeinkommen".
Dass die Chancen bei den Wahlen für ihn und seine Partei "eher überschaubar sind", fechte ihn nicht an, im Gegenteil: "Es geht ja nicht um Posten und Pöstchen, sondern um Denkanstöße", wird der Kandidat zitiert. Als Themen, "die uns Bürgern wirklich unter den Nägeln brennen", werden unter anderem eine neue zentrale Polizeistation, die nach der Schließung vieler Wachen gebraucht werde, der Ausbau des Nahverkehrs und ein kostenloses Arbeitslosenticket genannt.
Daniel Tzschentke ist der fünfte Kandidat, der sich bei den Wahlen am 22. September um den Landratsposten bewirbt. Neben Amtsinhaber Gernot Schmidt (SPD) sind das Bernd Sachse (Linke), Norbert Buchholz (CDU) und Hartmut Lietsch (FDP).
Die zweite Personalie betraf die Bundestagswahl. Nach dem Rücktritt ihres ursprünglichen Direktkandidaten Jens Knoblich aus Strausberg sprachen sich die Piraten mehrheitlich für Jonathan Dehn als Nachfolger aus. Der 23-jährige Grafik- und Designstudent wolle Themen wie ein Existenz sicherndes Grundeinkommen, das Recht auf freien Zugang zu Information und Bildung sowie die Forderung nach einem transparenten Staat in den Vordergrund rücken.
Um ihre beiden Kandidaten bekannt zu machen, will die Piratenpartei unter anderem Stammtische organisieren. Der Nächste soll am 15. Juli um 19 Uhr im Restaurant "Zur Fähre" stattfinden.