Umsatzplus nach Pollerfall
"Als der Poller umgefahren worden war, lief es fantastisch", hält Thomas Frenzel dagegen. Das Verkehrshindernis auf Höhe der Buchhandlung Micklich lasse den Nordteil der Großen Straße veröden, das ruinöse Areal des geplanten Altstadtcenters sei der zweite Knackpunkt, der die Attraktivität der Altstadt untergrabe. Die Wiedererrichtung des Pollers habe die Umsätze um die Hälfte zurückgehen lassen, sagte der Vorsitzende des Gewerbevereins Altstadt.
Für den neuen Ausschussvorsitzenden Patrick Hübner sind die alten Probleme nicht gelöst, doch will er die Arbeit des Ausschusses strukturieren und in Handlungsempfehlungen für die Stadtverordnetenversammlung münden lassen. Deshalb strebt er an, zunächst alle Ergebnisse der vergangenen Legislaturperiode in dieser Sache von Umfragen, Unterschriftensammlungen über Runde Tische und schließlich nicht umgesetzte Beschlüssen zusammenzufassen, um alle Ausschussmitglieder auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Enrico Nickel will ihn dabei unterstützen. Im Ergebnis soll ein Grundsatzbeschluss zur Verkehrsregelung, möglichst untermauert mit einer repräsentativen Umfrage unter allen Bürgern, stehen. Während Ausschussmitglieder wie Jan Zumkowski und Thomas Frenzel weniger in die Vergangenheit und lieber in die Zukunft schauen wollen, fanden Meinhard Tietz, Gerhard Deutsch und Frank Müller solch eine Möglichkeit, nachzuschlagen, sinnvoll. Einen Grundsatzbeschluss, "damit man einen Anfang findet", hält auch Carsten Wenzel für wichtig: "Es gab einen  Beschluss zur Spielstraße und für eine Bürgerbefragung im Falle der Ablehnung dieses Antrags." Die Festlegung der Art der Straße sei der wichtigste Ausgangspunkt.
Auch Kleinigkeiten verbessern
Für das neue Ausschussmitglied Antje Hammer geht es um kleine Fortschritte. Als Inhaberin eines Geschäfts mit Kaffeeecke finde sie: "Es fehlt an Sauberkeit und Gemütlichkeit." Das Ambiente könne auch sehr gewinnen, wenn man die Blumenampeln, die zur 775-Jahr-Feier die Laternen zierten, reaktivierte. Der neue Fachbereichsleiter Technische Dienste, Heinz Dieter Gransee, ist seit Jahresanfang im Amt. "Ich bin schon mehrfach durch die Große Straße gegangen", sagte er, "man kann auf Anhieb viele Kleinigkeiten verbessern." Er sei etwas irritiert, dass der Ausschuss schon seit Jahren über das Thema debattiert und es immer noch keine Zielstellung und Handlungsempfehlung gebe. Rathaussprecherin Caroline Haitsch-Berg würde alle Ideen und Varianten für die Altstadt auflisten und bündeln und auf dieser Grundlage die schon beschlossene Bürgerbefragung durchführen. Dann wüsste man, was die Bürger wollen.