Hinter den Buchstaben EUGAL steckt die Europäische Gas-Anbindungsleitung. Voraussichtlich wird die knapp 500 Kilometer lange Gas-Pipeline von Lubmin im Norden durch Brandenburg und Sachsen gebaut - und das weitgehend parallel zur 2010 verlegten Opal-Gasleitung.
Nach ersten Abstimmungen durchläuft sie Märkisch-Oderland demnach von Prötzel kommend, östlich an Klosterdorf vorbeiführend, zwischen Gladowshöhe und Hohenstein sowie Garzau und Garzin entlang, hinter Werder und Zinndorf durch die Windanlagen in Richtung Kienbaum.
Zwar liegt ein erhoffter Baubeginn Mitte 2018 noch in einiger Ferne, doch können wichtige Informationen und Wünsche zu solch frühzeitigen Terminen am ehesten Eingang in das Ende 2016 beginnende Raumordnungsverfahren finden. Durch Gespräche und Hinweise am Vortag in der Gemeinde Heideblick wolle man von der eigenen Vorzugs-Trassenvariante abrücken auf die Alternative, belegte das Michael Höhlschen, Technische Projektkoordination, an einem aktuellen Beispiel.
Gemessen am Aufwand der Gastransport GmbH für die fünf Stunden Stopp in Rehfelde - ein Team von zehn Trasseningenieuren, Fachleuten für Leitungsrecht bis Öffentlichkeitsarbeit -, waren es indes erst wenige, die sich am Mittwoch für das Vorhaben interessierten. Zirka 20 Leute mit Bürgermeister und Gemeindevertretern nahmen die Gelegenheit wahr, aus erster Hand Erläuterungen und Argumente zu hören, Fragen loszuwerden.
Vorab erhielten sie durch die Vertreter des Projektteams einen Überblick über das Gesamtvorhaben, das die durch sinkende europäische Eigenproduktion bei steigendem Bedarf bis 2035 entstehende Gas-Import-Lücke schließen soll. Sicherheit und Flexibilität in der Gasversorgung sind das Ziel.
Nach welchen Gesichtspunkten eine solche Trasse geplant und wie sie technisch verlegt wird, konnte dabei ebenso erläutert werden wie erwünschte Möglichkeiten, damit sich Bürger mit Hinweisen in die Ordnungs- und Planfeststellungsverfahren einbringen können. Von Kriterien für Raumverträglichkeit über Bodenschutz-Maßnahmen bis zu Grundstücksfragen und geplanten Bauabläufen reichten die Informationen.
So ist u. a. der Arbeitsstreifen für die Trasse während der Bauzeit in freier Feldflur 52 Meter breit, im Wald dagegen 42. Der nötige Schutzstreifen im Leitungsbetrieb ist bei einem Strang auf zwölf, bei zweien auf 22 Meter ausgelegt. Während dieser später im Wald dauerhaft freigehalten werden muss, bleibt landwirtschaftliche Nutzung eingeschränkt möglich.
Aus einem Newsletter, so Pressesprecherin Tatjana Bernert, würden auch weiterhin aktuelle Informationen für interessierte Bürger einsehbar sein.
Informationen: www.eugal.de bzw. buergerinfo@eugal.de oder Tel. 0561 9342727