Wir Erwachsenen möchten Kinder gerne vor Schicksalsschlägen und Trauer behüten. Und doch werden sie mit Trennung, Tod und Trauer in ihrer Umwelt schon früh konfrontiert“, sagt Marianne Lode. Ein Ort, an dem derartige Erfahrungen gemacht werden und sich zu einem Problem für Kinder und ihre Erzieher auswachsen können, sind Kitas. Sei es, wenn ein Elternteil eines Kindes verunglückt, ein geliebtes Haustier stirbt oder aber der Abschied eines Kindes aus der Gruppe bevorsteht, das aufgrund eines Umzugs die Kita wechseln muss. Die Kita könne daher neben der Familie genau der richtige Ort für Kinder sein, zu lernen, mit derartigen Themen besser umzugehen, ihre vielen Fragen loszuwerden, Trost zu erfahren, selbst zu trösten und Hoffnung zu schöpfen, erläutert Marianne Lode.

Projekt läuft einen Monat

Das Projekt Trostkorb, das die Rentnerin und ehrenamtliche Trauerbegleiterin im Auftrag des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Märkisch-Oderland in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Oderland-Spree in Kitas des Landkreises bringt, setzt genau hier an. In Einrichtungen, die mitmachen, werden Erzieherinnen und Kinder einen Monat lang an jeweils einem Vormittag pro Woche von Marianne Lode geschult und begleitet. Am Montag startete sie damit in der DRK-Kita Bummi in Altlandsberg, wo sie mit dem Projekt bereits zu dessen Auftakt 2013 zu Gast war. Ausgewählt wurde dafür die Vorschulgruppe Gummibärenbande, die von den Erzieherinnen Annemarie Koplin und Jennifer Machunsky betreut wird. 13 Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren nehmen teil.

Das Feedback ist groß

Im Trostkorb befinden sich verschiedene Dinge, die über Verluste hinweghelfen und Hilfestellung bei der Trauerbewältigung geben sollen. Ein Holzengel gibt es darin ebenso wie Taschentücher, kleine Tränen aus Glas und altersgerechte Geschichten, die Mut machen sollen. Zum Beispiel das Buch „Wie der kleine rosa Elefant einmal sehr traurig war und wie es ihm wieder gut ging“ von Monika Weitze. Die Geschichte dreht sich um den rosa Elefanten Benno, dessen bester Freund Freddi eines Tages mit seiner Elefantenherde weiterzieht. Benno bleibt traurig zurück, will weder essen noch spielen. Hilfe gibt ihm die weise Eule Heureka. Es sind Tipps und Rituale wie „Wenn du traurig bist, dann weine, egal, was die anderen dazu sagen“ und „Erzähle jemandem, den du lieb hast, von deinem großen Kummer“, die Marianne Lode mit den Kindern Schritt für Schritt durchgeht. Das Feedback ist groß. Pauline (5) hat genau hingehört, als die Trauerbegleiterin aus dem Buch vorgelesen hat, und fügt noch hinzu: „Gib deinem Freund einen Platz in deinem Herzen, so wird er immer in deiner Erinnerung sein“, sagt sie.
Nach dem Projektende bleibt der Korb in der Kita, kann erweitert und jederzeit bei kleinen und großen Abschieden und Trauersituationen hervorgeholt werden, sagt Marianne Lode. Die Erzieher bekommen eine Akutmappe, die ihnen hilft, in schwierigen Fällen handlungsfähig zu bleiben, ergänzt Isabell Friedrich, Leiterin des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes. Die Mappe enthält unter anderem eine Checkliste für den Fall eines Todes in der Einrichtung, einen Musterbrief zur Information an die Eltern, Hinweise zum Besuch in der Trauerfamilie, Grundwissen zur Trauerarbeit ...

Sparkasse hilft mit 1500 Euro

Unterstützt werden dieses und weitere präventive Trauerprojekte des Dienstes, die alle auf Spenden angewiesen sind, von der Sparkasse Märkisch-Oderland. Am Montag übergab Pressesprecher Falk Hoffmann einen Scheck in Höhe von 1500 Euro an Isabell Friedrich. „Wir finden, dass Kinder immer fröhlich sein sollen, und freuen uns, dass wir euch und eure Erzieherinnen mit diesem Projekt unterstützen können“, sagte er zu den Kindern.

Präventionsprojekte zum Thema Trauerarbeit


Das Projekt Trostkorb richtet sich an alle Kindergärten in Märkisch-Oderland. Drei bis vier können kreisweit pro Jahr vom Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst MOL geschult und beraten werden. Neben dem Trostkorb macht der Dienst viele weitere Präventionsangebote zum Thema Trauerarbeit. Dazu zählen das Projekt „Hospiz macht Schule“ für Grundschüler, bei dem eine ganze Woche zum Thema gestaltet wird, das Projekt „Endlich“ für Sekundarschüler, bei dem Jugendliche im Umgang mit Verlusten im Freundeskreis und der Familie geschult werden sowie das Projekt „Letzte Hilfe“ für Erwachsene. Weitere Infos auf www.diakonie-ols.de mst