Ein Spaziergang ist während Feiertagen mit viel gutem Essen oft ein Muss. Gäste aus Köln und Berlin führte ein solcher zur Pyramide Garzau. Wieso weder Innenbesichtigung noch Besteigung möglich sind, wollte Familie Eulitzer danach wissen.
Sie ist ein eindrucksvolles Bauwerk, die von Friedrich Wilhelm Carl Graf von Schmettau einst als Begräbnisstätte errichtete Pyramide im ehemaligen Schlosspark von Garzau. 13,8 Meter vom Fuß bis zum First des krönenden Pavillons messend, ziert sie die Kuppe des Weinbergs nördlich von Garzau und ermöglicht einen schönen Blick ins Umland.
Den wollten auch Gäste aus Köln und Berlin werfen, die auf Weihnachtsbesuch in Strausberg weilten. Indes: Man hätte nicht nach oben gekonnt und sich das Innere anzusehen, sei auch nicht möglich gewesen. Nicht einmal einen Hinweis auf Schlüsselverwahrer oder Ähnliches hätte sie entdeckt, schilderte Familie Eulitzer und bat um Aufklärung.
Die MOZ wandte sich dazu an den Petershagener Jürgen Reimann, der seine Kindheit in Garzau verlebte. Der emeritierte Medizinprofessor hatte im Jahr 2000 engagierte Menschen in einem Förderverein um sich geschart, mit dem er für die Konservierung und Rekonstruktion der verfallenen Pyramide sorgte und diese 2010 erfolgreich abschloss.
Reimann verweist zunächst auf vier Tafeln am Waldsaum des Weinbergs, an denen der interessierte Besucher beim Aufstieg zur Kuppe zwangsläufig vorbeikommt und Informationen erhält. Die Unterste hat laut seiner Aussage beim letzten Sturm durch herabstürzendes Holz Schaden erlitten und wird derzeit repariert. Gerade auf dieser sind allerdings die Ansprechpartner verzeichnet. Wer sich zwischenzeitlich an das Kultur- und Tourismusamt Märkische Schweiz wendet, bekommt aber Auskunft.
Das einzige, noch an den nach englischem Vorbild angelegten Landschaftspark erinnernde Bauwerk für Neugierige offen zu lassen, sei jedoch nicht möglich, erklärt der Vereinsvorsitzende. Vom Ort Garzau einige hundert Meter entfernt, ist der Feldsteinbau kaum kontrollierbar, wären Zerstörungen nicht auszuschließen. So ist der Innenraum nur zu Führungen oder bei Veranstaltungen geöffnet.
Was das Besteigen der Pyramide betrifft, so geschehe das auf eigene Gefahr, warnt Prof. Reimann. Die beidseits schräg nach oben verlaufenden Rampen und anschließenden Treppen entsprächen in keiner Weise heutigen DIN-Vorschriften. Das verdeutlichten auch die Piktogramme, die allerdings immer wieder entwendet worden seien.