Am Montag hatte Karoline Erping vom Kinder-, Jugend- und Familienbüro der Stadtverwaltung noch verkündet, die Veranstaltung finde auf jeden Fall statt, man sei regenerprobt. Da hatte sie wohl noch die Hoffnung, dass das Wetter wenigstens halbwegs mitspielen würde.
Die Knirpse zogen denn auch noch froh gelaunt in die Energie-Arena, in der ein Riesenstab von Helfern viele Stationen zum Mitmachen aufgebaut hatte. Allein vom Oberstufenzentrum waren fast 100 Erzieher und Sozialassistenten dabei, dazu mehr als 60 Gymnasiasten, Azubis, Hausmeister und weitere Unterstützer von Vereinen, Feuerwehr, Unternehmen ... In provisorische Regenponchos aus Müllsäcken gehüllt, hielten die Mädchen und Jungen eine Weile bei Schminken, Malen, Spielen und Programm durch, doch nach etwa einer Stunde entschlossen sich die Verantwortlichen in großer Runde zum Abbruch. Flugs packten viele mit zu, damit das herbeigeschaffte Essen und das georderte Eis in die Einrichtungen kommt. Es wurde organisiert, dass wenigstens einige Kinder - der Hort am Wäldchen - etwas vom geplanten Nachmittags-Clownprogramm hatten. Und das Busunternehmen schickte seine Wagen eher. Karoline Erping lobte denn auch das gute Miteinander und bedauerte wie viele andere sehr, dass manches wetterbedingt nicht umgesetzt werden konnte. Die, die da waren, hatten dennoch Spaß, so ihr Fazit.
Am Rande war an sieben Kitas die Ehrung als Haus der kleinen Forscher vergeben worden. Bürgermeisterin Elke Stadeler und IHK-Hauptgeschäftsführer Gundolf Schülke überreichen Urkunden und Plaketten an die Kita Zwergenland und den Hort am Wäldchen Strausberg, Kita Burattino aus Petershagen-Eggersdorf und Fuchsbau aus Rehfelde, die Einrichtung Bummi aus Gielsdorf, die Grashüpfer aus Lebus und den Hort Seelow.
Das für den Abend geplante Fest an der Fähre wurde aufgrund des Dauerregens abgesagt. Nach Angaben der Veranstalter, Sparkasse und Strausberger Eisenbahn, soll es im Spätsommer nachgeholt werden.
Am Montagabend hatten mehr als 200 Zuschauer im Volkshaus Nord zwei unterhaltsame Stunden. Dafür sorgtenFriedrich der Große (André Nicke), und der Müller von Sanssouci (Andreas Flügge), die Tanzschule Albrecht, das Musik-Duo Rapido (Lilly und Nele Schnell) sowie Gymnasiast Lukas Wollermann, der mit Faust in fünf Minuten brillierte. Zwischen den Wort- und Musikbeiträgen lief ein Film über die Stadt, produziert von der Nachwuchs-Videogruppe des Märkischen Kulturbundes um Andreas Jakob. Der Streifen, der unter anderem Museum und Bibliothek im alten Stadthaus, Gymnasium, Freibad, Fähre, Stadtmauer, Große Straße, Krankenhaus, Bahn und Flugplatz beleuchtete, war erst kurz vor Ultimo fertig geworden. Es hatte auch keine Probe gegeben, wie Museumschefin Christa Wunderlich als Gastgeberin am Tag der Geschichte bemerkte. Sonst wäre sicher aufgefallen, dass die Honorationen in der ersten Reihe sich fast einen steifen Hals holten, weil sie zur Leinwand stark nach oben schauen mussten. Ein Pärchen auf den hinteren Reihen konstatierte indes, man hätte einen netten Abend verbracht.
Vor der Veranstaltung im Volkshaus hatte es in der Kirche eine Podiumsdiskussion zum Thema "Strausberg zwischen Lethargie und Aufbruch" gegeben. Die Debatte mit Landrat Gernot Schmidt, Bürgermeisterin Elke Stadeler, dem Standortältesten General Uwe Nerger, Stadtsanierer Uwe Schieferdecker sowie dem Regisseur und Moderator des Festumzuges André Nicke konnte den Erwartungen nicht gerecht werden, bemängelten Zuhörer. Ebenso die Akustik.
Schmidt bescheinigte der Stadt, sie habe "wohltuend aufgeholt" und eine Phase überwunden, als man sich mehr mit sich selbst beschäftigt als nach außen gewirkt habe, Nerger nannte Strausberg einen "sehr, sehr schönen Flecken Land", Nicke fand den Jubiläumsslogan "So jung wie nie!" passend gewählt und Schieferdecker prophezeite, das Thema Fußgängerzone werde die Stadt noch eine Weile begleiten. Pfarrer Rüdiger Bernhard als Stichwortgeber zweifelte wegen Ligusterheckenbepflanzung am Parkplatz Müncheberger Straße und fehlender Linksabbiegespur in Hegermühle an der Phantasie in städtischen Körperschaften und vermisste eine Gaststätte am jenseitigen Seeufer. Die müsse sich auch rechnen, hielt die Bürgermeisterin entgegen und berichtete, sie habe in der Festwoche viel Positives von Bürgern gehört. Sie wolle eine lebenswerte moderne Stadt auch für künftige Generationen, in der selbst Zugezogene Heimatgefühl entwickeln. Die Strausberger sollten sich der Schönheit ihrer Stadt gegenwärtig werden und den Ruf hinaustragen.