Über 20 000 Märkisch-Oderländer pendeln täglich nach Berlin und über 6000 Berliner arbeiten in Märkisch-Oderland. Eine Vielzahl von Tagestouristen besuchen die Region und viele Unternehmen arbeiten Aufträge in Berlin ab. Seit Langem macht man sich in Hoppegarten Gedanken darüber und fordert einen Regionalbahn-Haltepunkt in Hoppegarten. Bisher vergebens, denn in der derzeit vorliegenden Landesplanung ist nicht einmal mehr eine Option für einen Halt in Hoppegarten drin. Auch im Kreistag ist das kein Thema. "Einen Regionalbahnhalt werden wir wohl nicht kriegen", sagte Kreistagsabgeordneter Klaus Otto (Linke) aus seinem Kenntnisstand als Kreisbauausschussvorsitzender.
Eine ganz neue Variante eines zusätzlichen Halts der Regionalbahn wird jetzt in SPD-Kreisen in Fredersdorf-Vogelsdorf zur Diskussion gebracht. Auf einer Veranstaltung der SPD Fredersdorf-Vogelsdorf hatte Reinhard Sept die Idee eines neuen Regionalbahnhalts zwischen Neuenhagen und Fredersdorf vorgestellt. "Ein solcher Halt könnte an der Kreuzung der Bahnstrecke mit dem Berliner Ring errichtet werden", sagte er. "Dieser Halt wäre am Rande des Mittelbereichs Neuenhagen und könnte über ein angegliedertes Parkhaus die Pendler aus dem weiteren Umfeld auf die S-Bahn umlenken." Die Idee reicht noch weiter: Erreichbar wäre dieses Parkhaus über eine Abfahrt direkt von der Autobahn. Volker Heiermann hatte auch ein funktionierendes Beispiel aus München parat. Eine Schilderbrücke über der Autobahn zeige dort gleich noch die Zahl der freien Parkhaus-Plätze an und werbe mit nur 15 Bahn-Minuten bis ins Zentrum.
Natürlich sei ein solcher Regionalbahnhalt nur attraktiv, wenn die S-Bahn dort im Zehn-Minuten-Takt nach Berlin hinein fährt, hieß es in der SPD-Ortsgruppe. Mit dem Halt könnte man nicht nur das Neuenhagener Gewerbegebiet entwickeln, sondern auch die Brache des ehemaligen Hilfsrangierbahnhofs Fredersdorf, stellte sich Sept vor. "Und wenn die S-Bahn bis dorthin zweigleisig ausgebaut wird bietet es sich eigentlich an, sie auch bis Fredersdorf weiterzuführen." Entscheidend sei, ob der politische Wille da ist, ein solches Projekt durchzusetzen, sagte er. Dazu müsse sich in einem ersten Schritt die neue Gemeindevertretung Fredersdorf-Vogelsdorf positionieren.
Einigermaßen überrascht zeigte sich der Hoppegartener Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke) von der Idee der Fredersdorf-Vogelsdorfer, der er "keine reelle Chance auf eine Umsetzung" einräumte. Vor allem nach dem, was in Hoppegarten in dieser Richtung bereits gelaufen wäre.
Schon beim Umbau des S-Bahnhofes Hoppegarten war seinerzeit der Regionalbahnhalt ins Auge gefasst worden und wurden die Planungen darauf ausgerichtet. Nichts wurde verbaut, Flächen freigehalten, Gleisanlagen reserviert. Aber noch immer rast der blau-weiße Zug ohne Stopp von Berlin über Strausberg bis nach Polen. "Wir haben hier alles vor Ort. Einen ausgebauten, mehrgleisigen Bahnhof. Es fehlen nur wenige Arbeiten und die Regionalbahn könnte hier wieder halten", betont Karsten Knobbe.
Etwas über eine halbe Million Euro, so wurde errechnet, würde die Wiederinbetriebnahme kosten. Demgegenüber stehen bereits mehr als zwei Millionen Euro Investition aus Bundesmitteln in Berlin-Mahlsdorf für einen Regio-Halt. Diesen Regionalhaltepunkt favorisiert nämlich das Land Berlin.