An die 150 Gäste hatten sich am Freitagabend im Restaurant "Zur alten Linde" eingefunden. Landtagsabgeordnete waren darunter, Bürgermeister umliegender Kommunen und auch eine Abordnung der polnischen Partnergemeinde Zwierzyn.
Es war an Patrick Gumpricht, den Abend einzuleiten. Und der stellvertretende Bürgermeister erledigte diese Aufgabe in sehr angenehmer Art und Weise und dazu noch in der vom Bürgermeister geforderten Kürze.
Denn Reiner Donath brauchte für seine Neujahrsansprache doch etwas mehr Zeit. Gleich zu Beginn befand er, dass Rehfelde über Jahrzehnte hinweg gut aufgestellt, auf einigen Gebieten sogar eine "Vorzeigegemeinde" sei. Angesichts der zunehmenden Zahl von Geburten und eines "rasanten Baugeschehens" geht Donath davon aus, dass in diesem Jahr bei der Einwohnerzahl die Marke von 5000 überschritten wird.
In diesem Zusammenhang erinnerte der Bürgermeister daran, dass die materiellen Voraussetzungen in den vergangenen Jahren in verschiedenen Bereichen verbessert worden seien. Konkret nannte er unter anderem die Grundschule, das "ortsbildprägende" Bahnhofsgebäude, die Sanierung des Bürgerzentrums und den Straßenbau. Parallel zu diesen Großen wollte er auch "kleine Taten" in Erinnerung rufen. Als da sind beispielsweise die Broschüren, "Streifzug durch und Wandern in der Gemeinde Rehfelde". Donath dankte den Machern undauch den über 50 Redakteuren und namentlich Hans-Günter Hoffmann für die "attraktive Internetpräsentation" des Ortes. Unter Hoffmanns Federführung waren beim Neujahrsempfang übrigens auch die Internetnachrichten zu einem kurzweiligen Programm mit musikalischer Untermalung zusammengestellt worden.
Als einen der gegenwärtigen und künftigen Schwerpunkte stellte der Bürgermeister in seiner Rede den Bereich Bildung und Erziehung heraus. Mehr Einwohner und mehr Kinder erforderten wachsende Kapazitäten. Da müsse in Abstimmung mit dem anliegenden Mittelzentrum Strausberg auch die Frage nach der Sek 1, also der Oberstufe, gestattet sein, befand er.
Reiner Donath würdigte die Arbeit der mehr als 40 Interessengemeinschaften und Vereine, die pro Jahr gut 200 Veranstaltungen ausrichteten, davon 20 mit polnischen Freunden.
Auch Visionen und Träume spielten in der Neujahrsansprache eine Rolle. So verwies er auf die Anregung von Wolfgang Rump. Der Leiter der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree fordert, der aktuellen Entwicklung Rechnung zu tragen und Rehfelde planerisch dem Berliner Speckgürtel zuzuschlagen. Das hätte "völlig neue Entwicklungsmöglichkeiten und Ansprüche an uns", so Donath. Er sieht Rehfelde als "eine wachsende Basis des zukünftigen Amts Märkische Schweiz oder auch der Amtsgemeinde Märkische Schweiz". Er sagt Rehfelde eine "boomende Entwicklung und in 15 Jahren 6000 Einwohner" voraus. Die neuen Perspektiven erforderten neue Ideen und Lösungen. Donath regte dazu einen Workshop mit Beteiligten aller Ebenen an.
"Wir benötigen eine Zeit des Ermöglichens und nicht des Bremsens oder Verhinderns in der Gemeinde, in unserem Amt, aber auch im Landkreis und bei der Gesetzgebung", betonte Donath. Das "bremsende Netz von Gesetzen, Verordnungen und Paragraphen" müsse zerrissen werden.
Später folgten Grußworte von Zwierzyns Bürgermeister Tomacz Marc und Amtsdirektor Marco Böttche. Bevor der Abend mit Gesprächsrunden weiterging, gab es die traditionellen Ehrungen. Dabei wurden auch die Feuerwehren Rehfelde, Zinndorf und Werder mit 1000, 600 bzw. 400 Euro für ihr Engagement bedacht.