Die Gemeinde will vorausschauen und geht von einer Achtzügigkeit in den kommenden Schuljahren aus. So steht es im Schulentwicklungskonzept, das dem Kultur- und Sozialausschuss zur Diskussion vorlag. Acht Züge, so Fachbereichsleiter Gunter Kirst, das sind 48 Klassenräume, die in der Gemeinde gebraucht werden. Acht Züge bedeutet, dass es an allen Grundschulen insgesamt acht Klassen eines Jahrganges gibt. Bis 2022 werden, führte Kirst aus, die Schülerzahlen steigen. Ab 2030/40 müsse mit einem Rückgang gerechnet werden. Die Verwaltung schlug vor, um die Achtzügigkeit garantieren zu können, dass die Grundschule am Schwanenteich dreizügig arbeitet, die Goethe-Grundschule auf Zweizügigkeit ertüchtigt wird und eine dritte Grundschule (Fallada-Grundschule) - wo auch immer - neu gebaut wird.
Den Ort für den Schulneubau schloss Kirst sehr bewusst aus der Schulkonzeptions-Diskussion aus. Da es im Land Brandenburg keine Flächenvorgaben gebe, müsse man die nun erst ermitteln, sagte er. Dafür erntete er Kritik aus den Reihen der Ausschussmitglieder. Dies hätte man schon längst in der Verwaltung ermitteln können, hieß es.
Viel Lob gab es aus allen Fraktionen für die nun überarbeitet vorliegende Schulentwicklungskonzeption. Die war einst von der Fraktion Die Parteilosen eingefordert worden. In einer ersten Lesung im Sommer vorigen Jahres wurde die Konzeption noch recht kritisch gesehen. Damals befand die Verwaltung, dass die Grundschulen im Ort so, wie sie waren, ausreichen. In dieser Phase kam der Kreis auf die Gemeinde zu. Das Einstein-Gymnasium brauche noch mehr Platz. In den Fokus geriet das Areal der nahe gelegenen Fallada-Grundschule. Seitdem wird über das Reichelt-Dreieck als alternativer Standort für die Fallada-Grundschule diskutiert.
Im Sozialausschuss herrschte breite Einigkeit, der Schulentwicklungsplanung zu folgen. Allerdings brachte Marianne Hitzges (SPD) namens der Fraktionen B 90/Grüne, CDU, Neuenhagener Wählergemeinschaft Feuerwehr und der SPD schwerwiegende Änderungen ein. Danach wird grundsätzlich der Schulentwicklungsplanung zugestimmt. Allerdings soll der Bürgermeister nun auch beauftragt werden, den Flächenbedarf bis zum 18. April zu ermitteln, wenn der Ausschuss wieder tagt. Zwei Varianten soll er den Gemeindevertretern - vorausgesetzt, die Mehrheit der Gemeindevertreter stimmt auf ihrer Sitzung am 6. April dafür -, vorstellen.
Variante 1: Auf dem Reichelt-Dreieck wird eine dreizügige Grundschule neu gebaut und die Goethe-Grundschule durch einen Anbau auf eine Zweizügigkeit ertüchtigt.
Variante 2: Auf dem Reichelt-Dreieck wird eine zweizügige Grundschule gebaut und die Goethe-Grundschule durch einen Anbau auf eine Dreizügigkeit erweitert. Zudem soll der Bürgermeister mit dem Investor NIC über einen Grundstückstausch Reichelt-Dreieck gegen alter Sportplatz in Bollensdorf verhandeln. Diesem Änderungsantrag hat eine Ausschussmehrheit zugestimmt. Um ihre Position noch zu untermauern, reichte Marianne Hitzges dann im Namen der bereits genannten Fraktionen beim Tagesordnungspunkt Erweiterungsbau Goethe-Grundschule einen weiteren Änderungsantrag ein. Statt eines Anbaus für eine zweizügige Ausrichtung soll an der Goethe-Grundschule ein Anbau erfolgen, der eine Dreizügigkeit möglich macht. Gunter Kirst verwies darauf, dass alle Finanzplanungen auf den zweizügigen Ausbau ausgerichtet seien. Ute Schönthal (Linke) warf ein, dass dann die Turnhalle nicht ausreiche, doch die Mehrheit von vier Ausschussmitgliedern reichte, um diese Veränderung vorzunehmen und der Gemeindevertretung vorzuschlagen.
Ob das jetzt alles so kommt, wird sich am 6. April entscheiden. Denn dann tagt die Gemeindevertretersitzung und muss endgültig entscheiden. Ausschüsse haben nur empfehlenden Charakter. Fakt ist, dass es Widerstand aus Reihen der Anwohner und Kleingärtner rund ums Reichelt-Dreieck gibt.