Der Nieselregen ist den Feuerwehrleuten aus Werder am Montag so egal. Schönes Wetter ist schöner, aber wichtiger sind Finanzhilfe für den Bau des neuen und deutlich größeren Feuerwehrgerätehauses am Dorfanger und das Versenken der Kartusche in der Bodenplatte.
Denn im kleinsten Rehfelder Ortsteil Werder kommt der Geldsegen aus dem kommunalen Infrastrukturprogramm des Landes (KIP) passenderweise zur Grundsteinlegung. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) gesteht, dass es nach Gerne- und Sehr-Gerne-Terminen die allerschönsten Termine gibt, „wenn man Helfern helfen kann“. Zwar sei der Brandschutz kommunale Pflichtaufgabe, doch das Helfen der Feuerwehrleute erfolge nun mal rein freiwillig.
An diesem Montag bringt Schröter einen symbolischen Scheck mit, der 55 Prozent der geplanten Investitionskosten abdeckt: den Zuwendungsbescheid über 306 625 Euro. Das bedeutet, dass das Amt noch einiges drauflegen muss, um den 640 000 Euro teuren Neubau zu finanzieren. „Und das bei explodierenden Baupreisen“, weiß der Minister.
Da kann sich Amtsdirektor Marco Böttche einer Bemerkung nicht erwehren. Es sei der allererste Zuwendungsbescheid für ein Gerätehaus seit den 25 Jahren, die das Amt Märkische Schweiz bestehe, stellt er klar. Zwei Anlaufe für das Gerätehaus sind unternommen worden, die Idee mit dem Anbau konnte nicht gehalten werden, aber nun endlich werde die Geduld der Werderaner Kameraden belohnt. „Wir sind es ihnen schuldig, gute Bedingungen für die Vorbereitung und die Einsätze zu schaffen.“
Damit die Werderaner Kita-Knirpse nicht länger im Regen stehen, wird nun aber flugs die Kartusche – gefüllt mit Bauzeichnungen, Schulterstücken, Münzen, Tageszeitung und Kinderwünschen – versenkt und mit  einem fröhlichen „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ sogar noch besungen.
Hoffentlich stehe der Bau so lange wie die etwa 200-jährige Eiche, die für den winkelförmigen Neubau fallen musste, setzt Ortsvorsteher Frank Küchler nachdenklich hinzu. Für Inge Grabert gibt es da keine Fragen. Die Werderanerin freut sich einfach, dass Sohn, Schwiegertochter und selbst der Enkel inzwischen bei der Nachwuchs-Feuerwehr bald ein neues Domizil auf dem Anger haben.
Keine 50 Kilometer entfernt, stoppt der Innenminister an diesem Tage auch noch im Altlandsberger Ortsteil Bruchmühle. Von den insgesamt 35 Millionen Euro, mit denen das Land die Feuerwehren bis 2019 fördert, wird auch die Freiwillige Feuerwehr Altlandsberg mit ihrer Löschgruppe Bruchmühle profitieren.
27 Aktive, darunter neun Frauen, die Jugendfeuerwehr mit sechs Mädchen und neun Jungen und die bewährte Alters- und Ehrenabteilung stellen eine unverzichtbaren Teil der städtischen Wehr dar. Auch hier wird der nötige DIN-gerechte Neubau zu 55 Prozent unterstützt. Doch in Bruchmühle sind das eben mal 999 955 Euro. Zu Gerätehaus, mit Fahrzeughalle, Sozialtrakt, Alarmstellfläche, Übungsplatz und Wettkampfbahn kommt hier auch ein sogenannter Ausbildungsturm.
Landrat Gernot Schmidt (SPD), der wie Bürgermeister, Stadtverordnete, Ortsbeirat und weitere der Feuerwehr verbundene Bürger in Bruchmühle dabei ist, erinnert im Gegenzug an Leistungen, die Märkisch-Oderland aufzuweisen habe: Aus dem Landkreis kämen schließlich Weltmeister und Olympiasieger ... Das muss auch trainiert werden.