Gleichzeitig hat der Rüdersdorfer Umweltarbeitskreis (RUAK) Protestbriefe an das Umwelt- und an das Wirtschaftsministerium gesandt. Der RUAK kritisiert, dass unmittelbar vor und während der Ferienzeit das Landesumweltamt (LUA) eine Stellungnahme der Gemeinde zu den Veränderungen von Vattenfall verlangt hat. Eine Fristverlängerung wurde abgelehnt. Im Brief heißt es: "Wir ... haben uns auch unter dem Aspekt der Arbeitsplatzsicherheit für die Errichtung des IKW ausgesprochen, aber strenge Kontrollauflagen gefordert und durchgesetzt. Diese sollen jetzt nach wenigen Jahren aufgeweicht bzw. zurückgenommen werden! So darf ... aus der Tatsache, dass in der Vergangenheit im angelieferten vorsortierten Müll keine bzw. nur selten gefährliche Abfälle oder Elektronikschrott festgestellt wurden, nicht geschlossen werden, dass man den nicht mehr vorsortierten Müll diesbezüglich nicht mehr kontrollieren brauche."
Der RUAK kritisiert weiter: "Die beantragte Einstellung der Annahmekontrolle (im Antrag ,Anpassung' genannt) wie bei einer konventionellen Müllverbrennung gleicht einer Einladung zu Umwelt- und Wirtschaftskriminalität! Das Tor für kriminelle Entsorgungsenergie oder einfach Sorglosigkeit im Umgang mit der gewünschten getrennten Entsorgung von z.B. Elektronikteilen, Sparlampen, Industrieabfall ... wird geöffnet."
Der RUAK ist der Meinung, dass die Beschreibung des LUA zum Vorhaben ausnahmslos positiv sei und die zu erwartenden Probleme vertuschend formuliert werden. "Unser Vertrauen in die Arbeit Ihrer nachgeordneten, hier zuständigen Behörde ist schwer beschädigt", wird im Brief festgestellt.