Reibereien zwischen Tauchbasis- und Badegästen wegen der Parkflächen, Ärger der Anwohner über den Stapel von Europaletten, die bei Veranstaltungen als moderne Stadtmöbel genutzt werden, Frust der Taucher, die ihre Toiletten sanieren und für alle offen halten sollen, der dürftige Anblick des Bauzauns um das Areal der Drachenbootfreunde, der marode Zustand der Freilichtbühne, der Anblick der Wohnmobile auf der Betonfläche, der die Sicht auf den See versperrt – die unvollständige Liste der Konflikte und widerstreitenden Interessen im Kulturpark deuten an, worüber am Donnerstag diskutiert wurde.
Der Einladung des Vorsitzenden des Kulturausschusses, Gregor Weiß (Die Linke), waren rund 60 Interessierte gefolgt, neben den Ausschussmitgliedern weitere Stadtverordnete, Bürgermeisterin Elke Stadeler, ihre zuständige Fachbereichsleiterin Gudrun Wolf und die amtierende Baufachbereichsleiterin Kerstin Zimmermann, einige Anwohner, Vertreter der Veranstalter wie Oliver Haller, Andreas Köhler und Christian Schlatter, der Tauchbasis und viele andere.
Eine Grundvoraussetzung für eine geordnete Nutzung des Kulturparks schaffen die Mitglieder des 1a-Tauchcenters, wurde gleich zu Beginn deutlich: „Wir sprechen Jugendgruppen an, wenn sie über die Stränge schlagen, und haben damit auch oft Erfolg“, berichtete Ralf Schwalbe, „aber es fehlt eben an einer rechtlichen Grundlage in Form einer Parkordnung, die öffentlich aushängt.“ Da habe es einen viel zu langen Entwurf gegeben, räumte Bürgermeisterin Elke Stadeler ein, man müsse diese Ordnung in eine Form bringen, dass sie am Eingang ausgehängt werden könne. Schwalbe merkte auch an, dass das Eingangstor nicht vollständig für Autos versperrt werden könne. Da er in der Nähe wohne, achte er oft auf die nächtliche Sicherheit im Park. Es wäre aber gut, wenn auch das Ordnungsamt das Areal im Blick behielte.
Anwohner Siegfried Fritsche erhielt auf seine Kritik zur Antwort, dass die Wohnmobile völlig legal auf den Betonflächen campierten. Die Nutzer zahlen zwölf Euro je Übernachtung, die Kassierung und Kontrolle obliegen der Tauchbasis. Die renoviert auch in Eigenleistung die Toiletten auf ihrem Grundstück und lässt alle bedürftigen Bürger dort für 50 Cent drauf. Wie Frank Brüggemann betonte, sind die Nutzer zu 80 Prozent Badegäste. Barrierefrei seien Toiletten allerdings nicht, monierte namens des Seniorenbeirats Wolfgang Türke: „Hier ist die Stadt als Eigentümerin in der Pflicht, dass Behinderten-WCs auf das Gelände kommen.“ Von Veranstalter Christian Schlatter steht noch ein Toilettencontainer auf dem Park. Dahinter erregte gleich die Freilichtbühne das Interesse der Menschentraube. Seit ihrer Errichtung vor 50 Jahren sei daran nichts mehr gemacht worden, berichtete Elke Stadeler. Kerstin Zimmermann gab auf ihre Bitte hin die geschätzten Kosten für die bauliche Sicherung der Zuschauerbänke, Aufgänge und der Bühne bekannt: 65 000 Euro. Schon dafür würden also die im Haushaltsentwurf 2019 eingestellten 50 000 Euro für den Kulturpark nicht reichen. „Wenn der Haushalt, wie geplant, am 11. April von den Stadtverordneten in dieser Fassung beschlossen wird“, schränkte die Bürgermeisterin noch ein.
Elke Stadeler fand es nicht optimal, dass die Tauchbasis derzeit in die Sanierung der Toiletten investiere, denn die gesamte Perspektive des Areals sei nicht geklärt. Auch der Denkmalschutz sei zu beachten und die Frage, ob das Gebäude so stehen bleiben könne. Eigentümer sei die Stadt, die immerhin den Abwasseranschluss für 15 000 Euro habe legen lassen. Wolfgang Türke mahnte zunächst ein schlüssiges Nutzungskonzept als Grundlage für Umbauten an.