Die Krise habe das DRK und den Kreisverband Märkisch-Oder-Havel-Spree, zu dem die Geschäftsstelle gehört, schwer getroffen, auch wenn sich das Ausmaß noch nicht genau beziffern lasse. Zu Ende gebracht worden seien an der Baustelle zuletzt nur Arbeiten, die bereits beauftragt waren. "150 000 Euro werden erst mal nicht ausgegeben. Da halten wir die Füße still."

Im Keller gab es Schimmel

Dem Rotstift zum Opfer fielen die Neugestaltung des Außenbereichs mitsamt Parkflächen, die Sanierung der Waschhalle für den Fuhrpark und die Fertigstellung neuer Sanitäranlagen für die Geschäftsstellenmitarbeiter. Am schwersten wiegt wohl die ausgebliebene Sanierung der Kleiderkammer innerhalb des Gebäudes, die von der Klosterdorfer Chaussee aus zu erreichen ist. "Sie sollte vergrößert und vom Erscheinungsbild her freundlicher gestaltet werden", sagt Bachmayer. Ihre Sanierung sei extra in den Sommer verschoben worden, da sie im Winter schlecht geschlossen werden könne. "In dieser Zeit stehen bedürftige Menschen aufgrund der Kälte vor besonderen Herausforderungen." Die Kleiderkammer sei jetzt wieder geöffnet, nachdem sie wegen der Corona-Beschränkungen vorübergehend zu bleiben musste.
Bachmayer ist dennoch zufrieden, dass der größte Teil der längst überfälligen Bauarbeiten an dem maroden Gebäude bei laufendem Betrieb abgeschlossen werden konnte. Die Maßnahmen waren notwendig, um den Altbau zu erhalten, nachdem das Gebäude bis zum Beginn seiner Sanierung Ende 2018 mindestens 20 Jahre nicht angefasst wurde. "Wir hatten Feuchtigkeit im Keller mit Schimmel", beschreibt Bachmayer eines der Probleme. Nun seien Dach und Hausfassade energetisch saniert, die Elektrik erneuert und die Heizung von Öl auf Gas umgestellt worden. Außerdem hätten alle Büros neues Inventar bekommen samt rückenfreundlichen Stühlen und höhenverstellbaren Schreibtischen. Ebenfalls erneuert wurden die IT- und Sicherheitstechnik. "Die Kollegen sind sehr zufrieden", zieht Bachmayer eine vorläufige Bilanz.
Froh ist er über den neuen Schulungsraum für die Erste-Hilfe-Kurse, der vergrößert wurde, nun einen Teppich statt Linoleumboden hat, ein Smartboard mit Touchfunktion, einen eigenen Aufenthaltsraum für die Kursteilnehmer und separaten Sanitärbereich. Am Mittwoch startet der erste Kurs nach wochenlanger Zwangspause durch Corona. Das DRK könne dann wieder einer seiner ureigensten Aufgaben, dem Lehren der Ersten Hilfe, gerecht werden, die unter anderem Grundvoraussetzung ist für den Erwerb von Führerscheinen und die Ausbildung betrieblicher Ersthelfer, sagt Bachmayer. Außerdem bringen die Kurse Geld, das dem DRK zuletzt in verschiedenen Bereichen fehlte, was letztlich mit zum Baustopp beitrug.

Bisher keine Kündigungen

So verbuchte der DRK-Kreisverband im Bereich Fahrdienst, den Bachmayer von Strausberg aus koordiniert, große Verluste, weil mit der Schließung von Schulen und Behindertenwerkstätten über Wochen die Geschäftsgrundlage entzogen war. Viele Verträge mit der öffentlichen Hand seien so gestaltet, dass nach Kilometern abgerechnet wird, sagt Bachmayer. "Wenn wir nicht fahren können, fließt kein Geld." Den Großteil seiner insgesamt 100 Fahrer habe er daher in Kurzarbeit schicken müssen. "Bisher konnten wir betriebsbedingte Kündigungen verhindern", sagt er.