Hoch oben unter dem Dach der zwölf Meter breiten Querscheune von 1860 fand am Dienstag die 19. Baubesprechung mit dem Bauleiter vom Holzbau-Geschäft Schikowski, einer Vertreterin des zuständigen Architekturbüros für Baustatik und Sanierungsplanung PartGmbB sowie der Gemeinde Neuenhagen statt. 480 000 Euro wurden von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. "Die Dachhaut wird erneuert und im Dachstuhl werden Teile ausgetauscht", sagt Gabriele Niether, im Rathaus für Bauvorhaben wie diese Instandsetzung auf dem Gelände des ehemaligen Ritterguts zuständig.
Jedoch waren Teile der Wände während der Rückarbeiten zum Dach weggebrochen. Eine Stahlrahmenkonstruktion soll nun die Statik wiederherstellen, weil die Wände durch Bienen und natürlichen Zerfall geschwächt wurden. Dazu müsse aufgemauert werden und werde die Dachentwässerung hergestellt, führt Niether aus. Die Gebäudesicherung könnte bis Ende September abgeschlossen sein. Alle weiteren Ausbauten kommen später erst, wenn mehr Geld zur Verfügung steht.
2014 ist das Projekt aus den Angeln gehoben worden und kamen erste Gedanken zum Sport- und Geschichtspark auf. Unter Beteiligung der Bürgerschaft entstand ein Konzept, wie das Scheunengebäude einmal genutzt werden könnte. Innen könnten ein Indoor-Spielplatz, Ausstellungsflächen für den Geschichtskreis Bollensdorf und Veranstaltungsräume Platz finden.
Das Gebäude stand lange leer und war in einem sehr schlechten Zustand, als die ersten Arbeiten begannen. Es soll später nur mäßig beheizt werden, um die Substanz nicht weiter zu beschädigen. Die Scheune wurde einst aus ungebrannten Ziegeln gebaut, im Kernmauerwerk befindet sich Lehm. Würde man jetzt auf dieser Grundlage anfangen, zu heizen, käme durch Verdunstungsprozesse Wasser hinein. Die Steine würden ihre Form verlieren und Wände auseinander fallen, erklärt die Verwaltungsmitarbeiterin. "Gebrannte Steine halten 300 Jahre und länger, bei luftgetrockneten eingebauten Ziegeln sieht das anders aus." Deshalb werde der hintere Bereich nicht weiter ausgebaut und sei für eine sogenannte Kaltnutzung vorgesehen. Offen gestaltete Steinluken unter dem Dach dienen der Scheune als natürliche Lüftung.
Wenn das Dach intakt ist, könne nichts passieren, sagt die beauftragte Architektin Claudia Fisch. "Wir haben langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Denkmalen und uns mit der Unteren und Oberen Denkmalbehörde abgestimmt. Es gab keine großen Probleme. Fast alles, was wir vorgeschlagen hatten, wurde befürwortet."
Hoffnung auf Fledermäuse
Bisher wurden daher auch keine Veränderungen am Gebäude vorgenommen. Die alte Substanz soll so umfassend wie möglich erhalten bleiben, beschreibt Fisch die Vorgehensweise. Bauleiter Olaf Schikowski bestätigt: "Wir wollen so viel wie möglich erhalten. Durch Schwamm und Fäulnis in Mitleidenschaft gezogene Holzbalken müssen aber ausgewechselt werden. Ausführungen stehen auch an der Dachhaut, Dachrinne und bei den Fallrohren an."
Die vom Landkreis geforderte ökologische Baubegleitung hat überprüft, ob in dem Gebäude geschützte Arten leben, berichtet Niether. Außer der Frühlingspelz-Biene sei nichts entdeckt worden: "Die Biene wird durch die notwendige Baumaßnahmen nicht weiter gestört." Die Gemeinde hofft, dass sich hier auch Fledermäuse ansiedeln. Spezielle Vorbereitungen und Maßnahmen erfordere das nicht. "Sie finden schon ihre Wege in die Scheune." Türen und Tore werden offen gehalten, so dass diese einfliegen können. Für die Ansiedlung von Schwalben als weitere Maßnahme zur Unterstützung des Naturschutzes werde noch ein Konzept erstellt, kündigt Niether an. Das gesamte Gelände des Sport- und Geschichtsparks werde dahingehend – auch in Verbindung mit Wasser – ausgebaut.