Da werden beispielsweise in Anlehnung an eine Filmszene Oregano-Tütchen mit einem Spruch versehen und an den Fernsehsender verschickt. Oder selbst gebastelte Herzen. Auch ein superlanger Kettenbrief soll auf die Reise gegangen sein. „Der war wohl an die 40 Meter lang“, hat Diana Hartwig erfahren. Die Altlandsbergerin, die derzeit in Greifswald Humanmedizin studiert, findet das verordnete Aus für die Soap unmöglich und weiß sich mit dieser Meinung in guter Gesellschaft, wie sie sagt. „Wir werden diese Entscheidung nicht tatenlos hinnehmen“, sagt sie fast ein wenig kämpferisch und hat sich an verschiedenen Aktionen beteiligt. Sie freut sich über die sogenannten Flashmobs in Berlin, wo an die 60 Leute zusammengekommen sein sollen, und anderen Städten, und sie sucht im Internet nach Mitstreitern, beispielsweise im Sat 1
forum, auf Facebook oder auf www.jemmainternational.org/save-hahe.
Diana Hartwig und ihre Mitstreiter können die miesen Zuschauerquoten erklären, mit denen der TV-Sender sein Nein zu einer zweiten Staffel begründet hat. „Der Sendeplatz ist falsch“, findet die Studentin. 18 Uhr sei einfach zu früh. Daher würden zahlreiche potenzielle Fernsehzuschauer die Soap online sehen. „Leider zählen die hohen Quoten dort nicht“, setzte sie hinzu und lobt das Format von „Hand aufs Herz“. Sie ist überzeugt, „den Mix aus Tanz, Gesang und Schauspiel gibt es in keiner vergleichbaren Serie“, und hofft irgendwie noch auf eine Fortsetzung.
Diana Hartwig sieht sich in guter Gesellschaft. „Klar, manche Leute schauen sich solche Serien gar nicht an“, weiß sie. Aber in ihrem Bekannten- und Freundeskreis gebe es auch eine ganze Reihe Gleichgesinnter.
Und nicht nur dort. Jeannine Miesterfeld und Jenny Tißmann-Vogel gehörten ebenfalls zur Fangemeinde. Die beiden Strausbergerinnen, die über die MOZ an einem Drehtag als Komparsen ganz dicht bei ihren Lieblingen sein konnten, sind immer noch traurig über das Ende der Serie, die Anfang September letztmalig im Fernsehen läuft.
Bei Sat 1 sind solche Reaktionen „nicht ungewöhnlich“. Sprecherin Diana Schardt kennt das beispielsweise von der gleichfalls abgesetzten Vorabendserie „Eine wie keine“, bei der man ein Jahr „durchgehalten“ habe. Die Art und Weise, wie sich die Befürworter von „Hand aufs Herz“ einsetzten, sei aber doch ganz besonders, findet sie: „Die Fans sind ganz lieb, gar nicht aggressiv.“ An die 1500 Briefe und mehr als 3000 E-Mails, auch aus dem Ausland, hätten die Zuschauerredaktion bislang erreicht. Der vorgeschlagene spätere Sendeplatz bringe nichts, sagt sie und verweist auf entsprechende Erfahrungen. Auch die Online-Zuschauer sieht sie nicht als großes Problem. Das seien weniger als ein Prozent.
Man habe wirklich alles versucht, betont die Sprecherin: Die Marktforschung sei eingeschaltet worden, mit einem neuen Set auf dem Drehgelände sollten neue Zuschauer gewonnen werden. Geholfen hat das nicht. „Die Quote war nie richtig hoch“, räumt Diana Schardt ein: „Aber wenn wir jeden Abend nur um die acht Prozent liegen, dann geht das einfach nicht.“