Links Scheunen, rechts Scheunen, die einen genutzt, andere langsam zusammensinkend, romantisch zugewucherte Reste und etliche Lücken – so zeigt sich das Altlandsberger Scheunenviertel nach wie vor. Mit den entsprechenden Beschlüssen der Stadtverordneten als Grundlage aber hat seit 2016 die Arbeit im zweiten großen Sanierungsgebiet der Stadt eingesetzt.
„Haben Sie gesehen? Hinter den Scheunen sind wir mit dem Beräumen kurz vor dem Ende“, sagt Grit Burkhardt. Die Fachfrau aus dem Sanierungsbüro im Haus am Storchenturm wirkt ziemlich erleichtert. Sind doch diese Arbeiten Voraussetzung für nächste Schritte im Sanierungsprozedere des unter Denkmalschutz stehenden Scheunenviertels.
Was dort in zurückliegenden Wochen geschah, ist den flüchtigen Blicken des Autofahrers meist verborgen geblieben. Es hat die Stadt indes allerhand Aufwand gekostet. Berge von Schutt, Unrat, jede Menge Strauchwerk und Aufwuchs waren zu beseitigen. Sondermüll musste getrennt entsorgt werden. „Und als wir fast fertig waren, lag eine Woche später frischer Bauschutt da“, zeigt Sanierungsfrau Grit Burkhardt Unverständnis gegenüber solch frechem Tun.
Nun aber kann das Parzellieren der Fläche südlich der Strausberger Straße angegangen werden. Danach will die Stadt an die privaten Scheuneneigentümer herantreten, ob sie das hinter ihrem Objekt liegende Grundstück kaufen möchten. Ist doch bislang durch die bauliche Situation der Objekte direkt an der Straße überwiegend kaum Fläche für andere Nutzungsformen wie Wohnen vorhanden. Das kann sich nun ändern.
Es bestünde durchaus Interesse daran, sagt die langjährige Sanierungsbeauftragte der Stadt, jetzt bei der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (B.B.S.M. mbH) beschäftigt. Einige Nachfragen habe es bereits gegeben, hat sie erfreut registriert.
Denn die planungsrechtlichen Grundlagen liegen mit dem Bebauungsplan „Scheunenviertel Altlandsberg“ von 2006, der Gestaltungssatzung von 2007, der Erhaltungssatzung von 2014 und den darauf folgenden Beschlüssen zum Sanierungsgebiet „Historisches Scheunenviertel Altlandsberg“ längst vor. Nur an Möglichkeiten zur Entwicklung der einzelnen Grundstücke mangelte es bisher.
Nicht alles ist für den Außenstehenden gleich sichtbar. Ähnlich wie beim vorausgegangenen Sanierungsprozess des Stadtzentrums, der schon gut 25 Jahre läuft. Nicht verborgen geblieben ist allerdings, dass die große Scheune links eingangs der Fredersdorfer Chaussee eingerüstet ist. Das gehört zu den ersten Sicherungsmaßnahmen für insgesamt 13 Scheunen, deren baulicher Zustand das dringend erfordert.