Große Sporthallen baut man nicht so oft. Das sollte zukunftsfest sein", leitete die Vorsitzende der Gemeindevertretung Ilka Goetz (Linke) bei der Sitzung am Donnerstagabend die Diskussion darüber ein, ob die Halle für die am Gruscheweg geplante Grundschule nicht eine Nummer größer ausfallen sollte als ursprünglich angedacht. Für den vorangegangenen Architektenwettbewerb war eine Zwei-Felder-Halle vorgegeben, weil die für den Schulbetrieb ausreichen würde. Denn die mit auf dem Campus geplante Förderschule des Landkreises bekommt eigene Sporträume.
Bereits im Bauausschuss hatten Gemeindevertreter allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass man ja den Campus mit einer Oberschule komplettieren wolle, dann mehr Sportflächen benötige. Zudem sei der Standort am Ortsrand geeignet, eine Halle für Wettkampfbetrieb von Vereinen und für Veranstaltungen hinzustellen. CDU, Linke und Parteilose hatten deshalb eine fraktionsübergreifende Vorlage zum Bau einer Drei-Felder-Halle erstellt.
Auch Ilka Goetz verwies da-rauf, dass es an der Stelle ausreichend Platz gebe und mit der größeren Halle der Vereins- und Freizeitsport gemäß Sportentwicklungskonzeption gefördert werden könnte. Und weil nun eben jetzt die Planung für die Schule laufe, müsse man jetzt aktiv werden. Corinna Fritzsche- Schnick (CDU) ergänzte, eine größere Halle wäre mit Blick auf die gewünschte Oberschule zukunftsweisend und ein Fingerzeig in Richtung Landkreis, dass der Gemeinde eine Oberschule wichtig sei. Die Oberschule sei ein "Top-Thema", bestätigte Günter Paulat (die Parteilosen), zudem eine große Halle mit Tribünen für Neuenhagen "angemessen". Er erinnerte daran, dass allein im benachbarten Wohngebiet rund 1500 Menschen leben werden.
Bürgermeister Ansgar Scharnke (die Parteilosen) bremste allerdings die Euphorie. "Die Finanzen sind begrenzt", mahnte er mit Blick auf den Gemeindehaushalt in den nächsten Jahren, in dem schon jetzt fast 50 Millionen Euro für Investitionen bis 2023 vorgesehen seien. "Jede Million macht da schon einen Unterschied", sagte er. Und eine Million werde vermutlich für die Vergrößerung nicht reichen. Er erinnerte überdies daran, dass die Hallenkapazitäten sich in der Gemeinde in nächster Zeit fast verdoppeln. Derzeit stünden fünf Felder zur Verfügung, in Bollensdorf ist eine Zwei-Felder-Halle im Bau und am Gruscheweg eben eine weitere in Planung.
An Gartenstadt-Halle erinnert
Zudem machte die Verwaltung darauf aufmerksam, dass es in der großen Halle lauter werde als in zwei kleineren. Laut Rathaus gebe es einen Bedarf für 90 Sportstunden, verteilt auf fünf Wochentage. Demnach wären täglich sechs Unterrichtsstunden in allen drei Hallenteilen gleichzeitig – mit dem entsprechenden Pegel.
Auch Marianne Hitzges (SPD) wandte ein, es gehe "um sehr, sehr viel Geld". Die Halle für eine Oberschule müsste der Landkreis finanzieren, es sei fraglich, ob eine vernünftige Trennung später möglich  sei.
"Nur Mut!", forderte hingegen Altbürgermeister Klaus Ahrens (CDU). Er erinnerte daran, dass die Gartenstadt-Halle am Gymnasium zunächst nur eine Ein-Feld-Halle werden sollte. "Wo wären wir damit heute?", fragte er.
Mit 21:1 Stimmen bei vier Enthaltungen wurde die Vorlage der drei Fraktionen bestätigt.