Dort investiert der Landkreis in eine Erweiterung des Gymnasiums, werden  modernste Bedingungen für 360 Schüler in einem dreigeschossigen Bau mit Unterrichtsräumen und einer rechtwinklig angeschlossenen Aula mit 280 Sitzplätzen unter anderem zur Essenversorgung und mit Bühne geschaffen. Und der Kreis investiert nicht zu knapp: Auf etwa 17,3 Millionen Euro beziffert Hannelore Weber vom Bauverwaltungsamt der Kreisverwaltung aktuell die Gesamtkosten inklusive sämtlichen Planungen.  Da mittlerweile so gut wie alle Aufträge vergeben seien, habe man inzwischen Kostensicherheit, erklärt sie.
Die beiden Vertreter aus dem Landratsamt zeigten sich bei ihrer Stippvisite auf der Rüdersdorfer Baustelle erfreut, dass eine ganze Reihe von Firmen mit mehreren Leuten am Wirken sind. Da werden Fenster eingesetzt, Trockenbauwände gezogen, Heizungen montiert und erste Vorwand­elemente in  Sanitärräumen installiert, Kabel gezogen … Die Lüftungsbauer von der Hennickendorfer Firma John sind schon dabei, die Maueröffnungen für ihre Leitungen wieder zu verschließen. Der Betrieb ist einer der wenigen aus dem direkten Umfeld. Ansonsten reichen die Herkunftsorte von Fürstenwalde und Wandlitz in der Nähe bis Sachsen-Anhalt und Sachsen. Für Rüdersdorf  habe es deutlich mehr Beteiligung an Ausschreibungen gegeben als beispielsweise für Kreis-Vorhaben in Seelow. Der Standort in Berlin-Nähe sei für viele Unternehmen interessant, so die Erfahrung von Hannelore Weber.
Wie sie erläutert, soll in den Neubau vornehmlich die Sekundarstufe II einziehen, also die älteren Jahrgänge. Es wird dort sowohl größere Unterrichtsräume geben – für Chemie, Physik und Biologie, Musik, Informatik – als auch etwas Kleinere für das  in den oberen Jahrgangsstufen gängige Kurssystem. Da sich nach der Ursprungsplanung die Vorgaben aus Potsdam geändert hatten, nun bis zu 25 Schüler in solch einem Raum Platz finden, musste das Projekt noch einmal überarbeitet werden. Das Gebäude, in dem auch Lehrerzimmer, Schülervertretung, Sekretariat und Archiv einziehen werden, sei dadurch einen Meter breiter geworden, erzählt die Chefin des Bauverwaltungsamtes. Sie macht zudem auf eine Besonderheit des Neubaus aufmerksam: offene Lernbereiche, in denen Schüler in kleinen Gruppen oder einzeln Aufgaben erledigen können. Pro Etage gebe es drei davon, erkennbar durch die großen  Wandöffnungen. Durch die örtlichen Gegebenheiten in Rüdersdorf bedingt, sind die größeren Raumhöhen im Erdgeschoss. Sonst wäre der Übergang zum Altbau im ersten Obergeschoss nicht machbar gewesen. Der Wanddurchbruch zum ehemaligen Erste-Hilfe-Raum neben der Schulleitung ist schon da. Noch fehlt allerdings der Fußbodenaufbau im Neubau. Derzeit ist dort noch eine größere Stufe zu überwinden. Später wird ein barrierefreier Durchgang möglich, werden so Teile der Altbauten durch den Fahrstuhl im Neubau mit erschlossen.
Der Lift ist in der Nähe der Cafeteria platziert, denn an der Stelle soll künftig der großzügige Hauptzugang zum Gebäude liegen. An der Stirnseite zum früheren Einkaufsmarkt, den die Gemeinde abreißen lassen will, entsteht noch ein Zugang für Lieferungen. Eine Trafostation markiere dort etwa die Grundstücksgrenze, erklärt Hannelore Weber. Auf jeden Fall bleibe an der Stelle ein Durchgang zu den altersgerechten Quartieren. Auf einen Zaun soll auf der Seite zum Friedrich-Engels-Ring weitgehend verzichtet werden. Fenstertürenfronten bilden dort den Abschluss und öffnen nur im Brandfall. So wird vermieden, dass Schüler den Hof hinter den sanierten Gebäuden der Wohnungsbaugesellschaft zur Pausenfläche umfunktionieren. Zwischen Erweiterungsbau und dem vorhandenen Gymnasiumskomplex bleibt auf Erdgeschossniveau ein Durchgang für Fußgänger und Radfahrer zwischen den beiden Plattenbaubereichen frei. Brückenartig darüber: der Übergang zwischen den Gebäudeteilen.
Zeitplan überarbeitet
Fertig werden sollen alle Arbeiten nach Angaben von Hannelore Weber nunmehr zum Beginn des Schuljahres 2021/22. So lange seien auch die Module für die Übergangslösung angemietet. Der Zeitplan sei "überarbeitet" worden. Zunächst hatte man eine frühere Fertigstellung ins Auge gefasst.  Aber dann habe es Probleme gegeben, unter anderem mit Leitungen im Baugrund. "Hier war auch die erste Firma, die coronabedingt Verzögerungen und Mehrkosten angemeldet hatte", berichtet die Verwaltungsmitarbeiterin. Da seien zum Beispiel Leute ausgefallen, weil sie Kinderbetreuung übernehmen mussten.