Wenn im Frühjahr der Ausbau der Wiesenstraße durch den Landkreis beginnt, geht damit auch der von vielen Mädchen und Jungen auf dem Weg zur Lenné-Schule genutzte Fußgängerüberweg am Neubauernweg verloren. Die Nachricht, dass der Zebrastreifen bereits "abgeordnet" ist, hatte noch Karsten Knobbe in seiner Bürgermeister-Amtszeit verkündet. Auf den daraufhin von Ortsvorsteher Stefan Radach geäußerten Appell, dies nicht einfach hinzunehmen, passierte allerdings nicht viel. "Keiner hat reagiert", fasste Ra­dach jetzt zusammen.
Gemeindevertreter Jan Peter Bündig (CDU), der selbst ein Kind hat, das den Weg nutzt, und mit rund 100 Kindern, Lehrern und Eltern an der Demo für den Erhalt des Zebrastreifens teilgenommen hatte, hatte Ende 2019 noch einmal Landrat Gernot Schmidt zu dem Thema angeschrieben. Und auch Antwort von der Straßenverkehrsbehörde bekommen. Uwe Wähner teilte darin Bündigs Befürchtungen hinsichtlich der Gefährdung von Kindern auf dem Schulweg, verweist aber auf vom Landkreis aufgezeigte Alternativen. Die seien mit der Verwaltung besprochen worden. Danach habe sich die Gemeinde mit dem Kreis nicht mehr in Verbindung gesetzt.
Wie Angela Schnabel, Fachbereichsleiterin Bau- und Ordnungsangelegenheiten im Hoppegartener Rathaus, auf MOZ-Nachfrage mitteilte, werde beim Ausbau der Wiesenstraße an der Stelle des jetzigen Überwegs eine Mittelinsel als Querungshilfe entstehen. Parallel erfolge 2020 durch die Gemeinde die Planung eines zum Neuen Hönower Weg parallel verlaufenden Gehwegs mit Querung der Wiesenstraße mittels Ampellösung. Der Weg soll dann auf der westlichen Seite der Wiesenstraße bis Anschluss Neubauernweg weitergeführt werden. Der Realisierungszeitraum blieb offen. Es müssten noch Abstimmungen mit dem Landesbetrieb Straßenwesen erfolgen, der für den Neuen Hönower Weg zuständig ist.
Zwei Unfälle an solchen Stellen
Stefan Radach erwartet dabei schon aus Kostengründen Schwierigkeiten. Bei den Bemühungen um einen Weg von Münchehofe über die B 1 zum neuen Rewe am Ortsausgang Neuenhagen sei von rund 70 000 Euro für die Nachrüstung einer Fußgängerampel die Rede gewesen, erzählte er. Beim Landkreis hingegen heißt es, alle Stellen seien bereit, für die Schulwegsicherheit etwas zu tun.
Bündig hält einen Fußgängerüberweg an identischer Stelle für die einzige sichere und für Kinder und Autofahrer akzeptable Lösung. Dies sieht Wähner anders. Im vergangenen Jahr habe es an Zebrastreifen zwei Unfälle mit Kindern gegeben, sagt er als Chef der Unfallkommission – erstrangig durch Gruppendynamik auf dem Weg ausgelöst und durch Autofahrer kaum zu verhindern. Deshalb gehe man von der Lösung ab. Die nötigen 20 bis 30 Meter mehr für die Schüler hält er für vertretbar.
Kommunalpolitiker monieren indes die deutlich höheren Kosten gerade für die Gemeinde. Und ganz schnell wird es die Ampellösung auch nicht geben. Und in der Bauzeit sollen die Schüler eigentlich bis zur Ampel Ecke Lindenallee laufen.