Na, das sieht ja hier ganz anders aus - wer länger nicht im Haus der Generationen war, der staunt. Das ehemalige Musikzimmer ist entrümpelt. Statt der alten Tagungstische stehen dort Stilmöbel. "Die habe ich übers Internet gekauft", freut sich die 34-Jährige. Auf dem Tisch mit den bezogenen Stühlen stehen ein Strauß weißer Rosen und silberne Kerzenleuchter. Es ist ein stilvoller Anfang. Nach dem Umzug des Eltern-Kind-Zentrums in die sanierten Kellerräume folgten die Maler und geben der unteren Etage einen frischen Anstrich. Sind sie fertig, freut sich Claudia Kirschenbaum darauf, ersteigerte und neu gekaufte Lampen, Wandleuchten und Gardinen anzubringen. "Wir haben hier einige Zeit entrümpelt und geschaut, was noch nutzbar ist und was nicht. Mein Ziel ist es, dass der Charme der alten Villa wieder hervorkommt. Der Wintergarten soll künftig auch wieder als solcher nutzbar sein. Na ja, und vielleicht finden im Musikzimmer ja auch irgendwann wieder Trauungen statt. Das Projekt gehe ich mit Neuenhagen, wo sich das Standesamt befindet, aber erst dann an, wenn hier alles soweit fertig ist, dass ich das Gefühl habe, dass ich selbst hier heiraten würde", schaut Claudia Kirschenbaum nach vorn.
Wer mag, kann ihr ja dabei helfen. Sie sucht noch eine alte Standuhr und ein Sideboard, Sessel und Garderobenständer im Stil von Chippendale oder aus der Gründerzeit.
Der Musikraum wird vom Gemischten Chor für die Proben und der AWO regelmäßig genutzt. Auch für Feierlichkeiten im privatem Rahmen steht er zur Verfügung. Dort, wo sich bislang das Eltern-Kind-Zentrum befand, linker Hand des Foyers, soll künftig das Begegnungscafé als offener Treff für jedermann eingerichtet werden. "Bisher ist geplant, dass es dreimal in der Woche von 12 bis 17/18 Uhr geöffnet ist. Ich suche dafür aber noch geeignetes Personal", sagt Claudia Kirschenbaum. Und meint damit einen Hans Dampf in allen Gassen, der bei der Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen hilft, auch mal eine Glühlampe austauschen kann und mit anpackt. Das Alter sei ihr egal, sagt sie. Auch eine pädagogische Stelle ist zu vergeben. Da ist die gebürtige Strausbergerin guter Hoffnung, dass sie den geeigneten Kandidaten bereits gefunden hat.
Die gelernte Rechtsanwaltfachangestellte hat einen Bachelorabschluss in Verwaltungswissenschaften und gibt in den kommenden Tagen ihre Masterarbeit im Fach European Studies an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ab. Aus dieser Studienzeit kennt sie auch den Träger des Hauses der Generationen, die Stiftung SPI, für die sie die PR-Arbeit erledigte. "Ich bin direkt aus dem Studium für diese Stelle abgeworben worden", freut sie sich.
Nicht nur die Idee von Trauungen in der Villa des Rennstall-Besitzers Raimund Kessler will die Mutter eines Dreijährigen verfolgen, sondern auch die Kooperation mit der Volkshochschule Strausberg. Ab Mitte September soll es Kurse, vorzugsweise Fremdsprachen, in den oberen Räumen des Hauses geben. Der große Saal wird dann für den Sport genutzt. "Ich würde mich freuen, wenn Musikschulen aus der Region das Haus der Generationen nutzten, hier in Kooperation mit der Bibliothek Lesungen und Vorträge stattfinden. Vorstellbar sind auch kleinere Konzerte, aber auch Filmvorführungen und Hörspiele", sprüht die junge Frau vor Ideen. Und nicht nur im Haus, auch im Außenbereich sei Platz für Künstler vom Keramiker bis zum Bildhauer. Am 1. September ab 15 Uhr ist ein großes Eröffnungsfest geplant. Bis dahin steht auch die neue, interaktive Website, wo jeder schauen kann, wann welcher Raum im Haus zur Verfügung steht. Jedermann sei aber schon jetzt herzlich willkommen.