"Wir wollten eigentlich im Frühjahr kommen. Die Unterlagen waren so weit", erklärte Ale­xander Rosenthal, Chef der SPP Energy GmbH aus Bliesdorf, die die Planung erstellt. Da es in Oberbarnim coronabedingt seit Februar keine Sitzungen mehr gegeben hatte, hatte er erst jetzt Gelegenheit dazu.
Laut Bürgermeister Lothar Arndt wurden für die frühzeitige Beteiligung 50 Träger öffentlicher Belange angeschrieben. 22 schickten Stellungnahmen und auch 23 Privatpersonen machten Einwände geltend – so negative visuelle Wirkung, Verlust von Ackerland, Nähe zum Naturpark und Vogelschutzgebiet und Beeinträchtigungen für Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Sie wurden laut der Unterlagen "zur Kenntnis genommen", es bedürfe indes keiner Abwägung. Zumindest wird  das Baufeld im Osten und Westen 20 Meter nach innen verlegt, soll beispielsweise in Richtung Dorf ein breiterer "Blühstreifen" verbleiben. Insgesamt seien gut 20 Prozent der Gesamtfläche von knapp 60 Hektar als Grün vorgesehen, sagte Rosenthal. Unter anderem, um der dort gefundenen Feldlerche weiter Raum zu bieten. Zudem seien zwei große "Korridore" von 40 bis 46 Metern für Wildwechsel vorgesehen. Und man werde prüfen, ob die Baustellenzufahrt weiter weg vom Ort möglich sei. Gegebenenfalls sogar von der Hohensteiner Chaussee, nahm der Planer später noch vor der Tür eine Anregung eines Bürgers mit. Die reguläre Hauptzufahrt soll später an der Einmündung Kalkweg sein.
Als "wesentliche Änderung" der Pläne nannte Rosenthal  den Verzicht auf eine Wasserstoffanlage am Standort. Aufgrund der angespannten Wasserlage in der Region wäre eine solche anderswo "verträglicher". Wie er weiter sagte, habe es nach den Untersuchungen von Flora und Fauna Abstimmungen unter anderem mit Naturschutzbehörde und -verbänden gegeben. Sie befürworteten die Umnutzung von intensiv bewirtschaftetem Acker in extensive Grünfläche und hielten die Abstände für ausreichend. Zudem sei mit der edis ein Mast zur Einspeisung des Stroms der auf gut 30 Hektar platzierten Module gefunden worden. Etwa 71 Millionen Kilowattstunden pro Jahr sollen ins Netz fließen. Der reicht für etwa 9800 Menschen.
Thüga-Gruppe will investieren
Hinter der Investition steht laut Planern die Thüga-Gruppe, ein Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserdienstleister mit mehr als 100 Stadtwerken. Klosterdorf könne davon profitieren, dass 70 Prozent der Gewerbesteuer der Anlage im Ort blieben, hieß es.
Die Gemeindevertretung billigte die Unterlagen am Ende einstimmig. "Der eigentliche Prozess beginnt jetzt erst", machte Amtsdirektor Marco Böttche deutlich. Es folge nun eine weitere Auslegung, bei der sicher noch weit mehr Stellungnahmen kämen.