Erst sah es nach einer nochmaligen Investorensuche im September ganz gut aus: Auf die Veröffentlichung hatten sich immerhin 15 Interessenten gemeldet. Mit drei von ihnen hatte die Stadtverwaltung dann tatsächlich Verhandlungen begonnen, berichtete Baufachbereichsleiterin Rita Schmidt. Daraus resultierten drei Vorschläge von zwei Unternehmen. Doch bis zur Bauausschusssitzung hatte ein Bewerber aus Bernau seine Offerte ebenfalls zurückgezogen und der Letzte von der für die Stadt günstigeren Variante Abstand genommen.
Somit lag nur das Angebot einer Firma aus Petershagen auf dem Tisch. Sie wollte die Module auf einem von der Stadt zu finanzierenden Gittertragrost montieren. Der würde die Kommune rund 17 000 Euro kosten. Mit der angebotenen Pacht von 250 Euro pro Jahr wären in den zunächst vorgesehenen 20 Jahren Laufzeit aber nur 5000 Euro zurückgeflossen. "Es würde 68 Jahre dauern, bis die Investitionskosten wieder drin sind", verdeutlichte Bürgermeisterin Elke Stadeler. Aus ihrer Sicht sollte "wohl überlegt" werden, ob solch ein "Geschenk" angebracht sei. So würde die Stadt dafür bezahlen, dass ein privater Investor Geld verdienen könne. Sie könne dies nicht empfehlen.
Rudolf Patzer (Linke) verwies darauf, dass es einen Beschluss zum Einsatz erneuerbarer Energien gibt. Frank Langisch (SPD) hielt entgegen, man streite sich sonst um jeden Euro, müsse also schon den Nutzen betrachten. Zudem sei Photovoltaik nicht das Nonplusultra. Rita Schmidt erinnerte an den Auftrag vom Ausschuss, den Bau einer solchen Anlage auf der Schule nochmals zu prüfen - das sei erfüllt. Sie verwies darauf, dass die Stadtwerke angefragt worden waren, ein Engagement an der Stelle aber aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt hatten. Denn die verfügbare Fläche ist nicht sonderlich groß, die Neigung mit 20 Grad nicht optimal und schließlich könnten Bäume Schatten auf die Module werfen. Deshalb wolle auch die Stadt nicht selbst als Betreiber einsteigen und noch rund 100 000 Euro für die Solarmodule investieren, hieß es.
"Ökologie in allen Ehren, aber das wäre nicht vermittelbar. Es gibt bestimmt bessere Stellen", schlussfolgerte Sonja Zeymer (UfW/offene Fraktion). Thomas Weiske (CDU) plädierte ebenfalls dagegen, das "grüne Gewissen zu befriedigen, wenn es wirtschaftlich nicht darstellbar ist". Ronny Kühn (Linke) sah dies ähnlich: "Ist uns Prestige 17 000 Euro wert?", fragte er. Sein Fraktionskollege Bernd Sachse wollte zumindest festgehalten wissen, dass erneuerbare Energien bei künftigen Investitionen der Stadt im Auge behalten würden.
Was die Sanierung der Schule angeht, soll der Ostflügel, in dem gearbeitet wird, zum Jahresende winterfest sein. Demnächst sollen die neuen Fenster eingebaut werden, hieß es aus der Stadtverwaltung. Dann folge die Heizung, so dass innen weitergearbeitet werden könne. Im Außenbereich seien die neuen Ver- und Entsorgungsleitungen hergestellt. In den Sommerferien 2013, so das Ziel, solle der Umzug in den sanierten Bereich erfolgen.