Das zeigt einmal mehr ein Blick auf die Liste der 17 Teilnehmer. Die Mehrzahl sind „Wiederholungstäter“ wie Anna Schaberick (Heidelberg), Reinhard Fehrmann (Berlin) und Dieter Sachs (Neustadt an der Weinstraße). Letzterer ist zum vierten Mal in Strausberg dabei, wegen der Arbeitsatmosphäre und wegen Erich Sauer.
Der Pfälzer Dieter Sachs gehörte zu den Besuchern, die sich am Montagabend gleich beide Ausstellungen ansahen, mit denen die Sommerakademie traditionsgemäß immer eröffnet wird. Da ist zu Beginn stets die Exposition des Bronzekünstlers Erich Sauer im Kundencenter der Stadtwerke, mit der die Sommerakademie auch in diesem Jahr offiziell eingeläutet worden ist. Hausherr Andreas Gagel wies ausdrücklich darauf hin, dass in diesem Jahr ausschließlich Bronzen gezeigt werden, die der Frankenthaler zu seinem 80. Geburtstag im Februar gegossen hat. Darunter auch die 2,60 Meter hohe Großplastik „Der Dilettant“, die bei der „KunstAndacht“ am 11. August um 20 Uhr in der Marienkirche Thema mehrerer Texte sein wird.
Bürgermeisterin Elke Stadeler (parteilos) bedauerte bei der Eröffnung, dass sich in der Vergangenheit „nur so wenig Menschen“ für die Bronzekunst interessiert hatten. Gleichzeitig werde immer wieder kritisiert, in Strausberg sei zu wenig los.
Landrat Gernot Schmidt (SPD)griff den Gedanken auf und wertete das verbreitete Desinteresse als „Zeichen des eigenen faulen Denkens“. Zugleich würdigte er die Intention, bei der Sommerakademie Laien an Kunst heranzuführen, als ganz wichtigen Aspekt.
Gleich mehrere Kursteilnehmer waren auch bei der zweiten Ausstellungseröffnung dabei. Im EWE-Kunstparkhaus zeigt der Rostocker Wolfgang Friedrich noch bis zum 15. September Skulpturen und grafische Blätter. Die Berliner Galeristin Gisela Blank würdigte Friedrich als Erzähler, dessen „meist minimalistische Werke Bezüge zur antiken Hochkultur haben“.
Wie die Veranstalter Stadtwerke, EWE und Stadt Strausberg bereits 2008 beschlossen hatten, wird es 2012 keine Fortsetzung der Sommerakademie geben. Jedenfalls nicht in der bestehenden Form und unter Leitung von Erich Sauer, der sich anderen Projekten zuwenden will. Denkbar ist aber eine ähnlich gelagerte Veranstaltung, bei der Künstler aus der Region mehr im Mittelpunkt stehen könnten. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden. Konkrete Entscheidungen seien aber noch nicht getroffen, erklärten Elke Stadeler und Andreas Gagel.