Seit nunmehr fünf Jahren ist Beatrix Aehlig in der örtlichen Sozialberatung tätig, und das Angebot wird gut genutzt, wie sie in ihrem aktuellen Bericht vor den Gemeindevertretern von Petershagen-Eggersdorf betonte. 250 Bürger seien es in insgesamt in dieser Zeit gewesen, pro Woche gebe es im Schnitt ein bis zwei neue Kontaktaufnahmen in der Beratungsstelle und wöchentlich etwa acht bis zehn Beratungen. Auf rund 600 einzelne Beratungen kommt sie, die pro Woche 20 Stunden dafür tätig ist, im Jahr.

Von Jugend bis Senioren

Unter den Ratsuchenden seien alle Altersgruppen vertreten, legte Beatrix Aehlig in ihrem Bericht dar, von Jugendlichen bis zu Senioren jenseits der 80. Die Mehrzahl seien in der Tat Sozialleistungsempfänger und Rentner, so ihre Erfahrungswerte. Da durch die Corona-Beschränkungen ab März zunächst keine Sprechstunden mehr möglich waren, sei vorübergehend der Eingang an telefonischen Bedarfsmeldungen deutlich gestiegen, in der Anzahl wie auch an zeitlicher Dauer. Erst seit Kurzem könne sie nun wieder persönlich tätig werden.

Themenbereiche durch Corona fokussiert

Auch die Beratungsbedarfe hätten sich mit den Folgen der Pandemie auf bestimmte Themenbereiche konzentriert, sei es plötzliche drohende Arbeitslosigkeit oder Wegfall bisheriger Selbstständigkeit. Genauso könne es aber generell auch um Fragen drohender Obdachlosigkeit gehen, wenn sie beispielsweise bei der Suche nach alternativem Wohnraum hilft. Auf ein ganzes Netzwerk wertvoller Kontakte zu Behörden, Fachdiensten des Kreises, sozialen Institutionen und Vereinen in der Gemeinde kann sie da zurückgreifen.

Hilfe zur Selbsthilfe als Leitsatz

Oftmals ist sie eine Clearingstelle, also die grundlegende Anlaufadresse, um eine Problemlage zu klären und weitere Schritte vorzunehmen. „Hilfe zur Selbsthilfe geben und Eigenverantwortung stärken“ sei dabei das Grundprinzip, wie sie hervorhob. Zudem ist sie in dem Fünfjahreszeitraum zu einer Erkenntnis gelangt, aus der sich ein gesellschaftlicher Auftrag gerade zur Wichtigkeit solcher Angebote ableitet: „Der Anteil armutsgefährdeter Familien und Bürger wächst, auch bei uns.“

Hotline-Beratung speziell für Familien

Als Zusatzangebot in der Corona-Zeit war seit 6. April auch noch die Familienberatung durch Janette Förtsch-Fabian gestartet. Vor allem ging es da um familiäre Abläufe und neu auftretende Konflikte gerade in jenen Wochen, da Schulen und Kitas für den Regelbetrieb geschlossen waren, ebenso die Freizeitstätten. Ob Einzelkinder oder Großfamilien: Bei manchen Fragen habe man ganz direkt helfen, bei anderen die Ratsuchenden an Jugendamt, Kinderärzte, Sozialdienste und andere geeignete Stellen vermitteln können. Durch verminderten Bedarf seien die Zeiten der Telefonhotline inzwischen auf dienstags 14 bis 16 Uhr und mittwochs 9 bis 12 Uhr verkürzt worden. Außerdem ist Kontakt per Mail möglich.