Der Landkreis hat mit seinem seit 2008 laufenden Energiesparprojekt "fifty-fifty" an Gymnasien, Oberstufenzentrum und Förderschulen gute Erfahrungen gemacht. Zwei Jahre später hatten Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ähnliche Ideen diskutiert. Schließlich hatte sich Strausberg auf der 1. Energie-Effizienz-Konferenz 2009 das Ziel gesetzt, den pro-Kopf-Energieverbrauch um etwa Prozent pro Jahr und zugleich die Treibhausgasemissionen zu senken.
Nunmehr erhalten Schulen in städtischer Trägerschaft ebenfalls finanzielle Anreize, um Energie zu sparen. Laut Sebastian Fröbrich, Fachgruppenleiter Wirtschaftsförderung im Rathaus, sind mit allen Bildungseinrichtungen bis auf die Lise-Meitner-Schule - sie wird momentan saniert - Vereinbarungen abgeschlossen worden. Danach bekommen die Schulen ein Viertel der Summe, die von ihnen eingespart wird, zur freien Verfügung. Einsparungen sollen dabei nicht durch große Investitionen bewirkt werden, sondern durch Änderung des Nutzerverhaltens - richtiges Heizen und Lüften oder Ausschalten von Licht und elektrischen Geräten, wenn sie nicht gebraucht werden. Selbst wenn am Ende keine Kilowattstunde weniger anfällt, könnten die Schulen Geld erhalten: Für die Beschäftigung mit der Thematik winke eine "pädagogische Prämie", so Fröbrich. Deshalb seien auch nur 25 Prozent der Sparsumme zur Ausschüttung vorgesehen und nicht 50 wie bei den Schulen in Kreis-Trägerschaft.
Weiter ist geplant, dass die EWE als Partner einen "Energiebericht" für jedes Objekt fertigt, die WEN Consulting GmbH, die 2010 das städtische Klimaschutzkonzept erarbeitet hatte, werde Vorträge zum Thema anbieten, die Stadtwerke Strausberg haben mit Jens Fischer einen zentralen Ansprechpartner benannt und wollen praktische Hilfe leisten, zum Beispiel bei Messungen und ähnlichem. Stadtwerke-Sprecherin Gesa Reschke kann sich auch vorstellen, dass die von ihrem Unternehmen unterstützte Energie-AG am Oberstufenzentrum Schülern das Thema gut nahe bringen kann. Und im Herbst sei das Energiemobil der EWE für die Anne-Frank-Oberschule geordert, ergänzte Fröbrich.
Das Mobil ist nach Angaben von EWE-Sprecherin Nadine Auras inzwischen sehr gefragt, zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Alternativ könnten Schulen "Energieunterricht" im Kundencenter Wildau oder eine "abgespeckte Version" in den eigenen Räumen nutzen. Sie hält finanzielle Anreize für geeignet, um das Thema besser in den Köpfen zu verankern. Nach ihren Informationen hat der Landkreis im vorigen Jahr 24 000 Euro an die Schulen ausgezahlt. Mehrere hunderttausend Kilowattstunden und einige hundert Kubikmeter Wasser seien nicht verbraucht worden.
Matthias Ruback von der EWE, der das 50:50-Projekt beim Kreis begleitet, berichtete, dass anfängliche Skepsis nach den ersten Zahlungen deutlicher Begeisterung gewichen sei und die Aktion mittlerweile gute Dynamik besitze. Er verwies auf den doppelten Nutzeffekt: Schüler lernten, mit Ressourcen sparsam umzugehen, und die Kommunen sparten Geld.
WEN-Chef Joachim Stöhr betreut im Berliner Umland auch Energiesparpatenschaften ohne finanziellen Anreiz. Dort liege der Effekt dennoch bei zehn bis 15 Prozent. In der Hegermühlen-Grundschule, rechnete er vor, könnten bei einem derzeitigen Wärmeverbrauch von jährlich rund einer Million Kilowattstunden bei zehn Prozent Einsparung über 1000 Euro herausspringen.
Laut Sebastian Fröbrich sind vorerst 2000 Euro pro Schule im Haushalt veranschlagt, die durch geringere Ausgaben wieder hereinkommen sollen. Die Verträge hätten zunächst eine Laufzeit von drei Jahren.