Es war ein gemeinsamer Vorstoß der Fraktionen der Linkspartei und der U.f.W./Pro Strausberg. In dem Beschlussentwurf wird die Bürgermeisterin  beauftragt,  in der Strausberger Eisenbahn GmbH bis Anfang 2019 eine „mehrköpfige Geschäftsführer(innen)struktur einzuführen“. Ziel ist es demnach, die Interessen der relevantesten Tochtergesellschaften der Holding Strausberger Eisenbahn GmbH in der Führungsstruktur des neuen Stadtkonzerns „angemessen“ abzubilden. Genannt werden die Wohnungsbaugesellschaft und die Stadtwerke.
Dazu sollten die Geschäftsführer „auf Konzernebene gleichberechtigt bestellt werden“. Die Steuerung der Tochtergesellschaften soll laut Vorlage „im Rahmen von Geschäftsbesorgung und Geschäftsverteilungsplänen“ vorgenommen werden. So würden die Leiter in die Lage versetzt,  die Entwicklungspotenziale der städtischen Gesellschaft optimal abzustimmen.  Die Mehrköpfigkeit der Geschäftsführung sichere zudem die Vertretung und vereinfache die Nachfolgeprobleme.
In der Debatte betonte Sonja Zeymer (U.f.W./Pro Strausberg), jede Gesellschaft sollte im Stadtkonzern gleichberechtigt mitgenommen werden. Das sei durch eine solche Struktur leichter zu garantieren. Ähnlich äußerte sich  der Ausschussvorsitzende Ronny Kühn (Linke). Die Mehrköpfigkeit an der Spitze des Stadtkonzerns, mit dem seine Fraktion ohnehin ihre Mühe habe, sei von Anfang das Ziel gewesen. Dabei sei nicht wichtig, ob es zwei, drei oder vier Geschäftsführer gebe: „Auf keinen Fall nur einen.“ Es sei nicht gut, wenn die kaufmännischen Fragen sowie die Themen Energie und Bauen von einer Person entschieden würden.
Dagegen will Matthias Michel (Die Fraktion) „nichts überstürzen“. Fakt sei, „dass sich was tun muss“, räumte der Vorsitzende des Beteiligungsausschusses ein, der die Bildung und Arbeit des Stadtkonzerns begleiten soll. Vor einer Entscheidung will er das Thema erst dort behandeln.
Diskutiert werde auch dort, so Sonja Zeymer, die aber eine Tendenz ausgemacht hat, nur einen Geschäftsführer zu installieren. Wenn sich alle einig seien, könne man auch jetzt einen entsprechenden Beschluss fassen, sagte sie und befand: „Wir  sind von der Entwicklung überrannt worden und nicht mehr Herr im eigenen Haus.“
Auch das von Michel unterstützte Ansinnen, die Unternehmensberatung PwC aus Frankfurt am Main zu Rate zu ziehen, fand bei den Einreichern keinen Anklang. „Wir müssen selbst wissen, was wir wollen“, erklärte Ronny Kühn. Mit vier Ja-Stimmen bei einer Ablehnung und einer Enthaltung wurde der Vorlage schließlich zugestimmt.
Andere Stadtverordnete äußerten sich unterschiedlich.  Nick Reinking (SPD) findet „die Idee gut, sie kommt aber zu früh“ und sollte erst im Beteiligungsausschuss diskutiert werden.  Jens Knoblich (Die Fraktion) erklärte, Andreas Gagel habe einen „guten Job“ gemacht, hält aber die Konzentration auf eine Person „für nicht so gut“. Die Bürgermeisterin hatte die Sitzung vor der Debatte verlassen und wollte sich nicht öffentlich äußern. Und Andreas Gagels Kommentar? „Wenn die Gesellschafter das so wollen, dann ist das so.“

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