Die Stadtschule stößt vor allem im Grundschulteil in jüngerer Zeit immer häufiger an räumliche Grenzen. Ein Neubau auf der Freifläche in der Klosterstraße 10 soll jetzt Entspannung bringen. In der jüngsten Stadtverordnetensitzung wurde der erste Vorentwurf der Planer präsentiert.
Bisher liegt das Projekt ganz im Zeitplan. Im August war die Vergabe der Planerleistungen an die Firma MHB Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH erfolgt, im Januar die Auftragserteilung. Inzwischen hat der Generalauftragnehmer, der für die Detailleistungen Statik, Tragwerksplanung und technische Gebäudeausstattung Partnerbüros gebunden hat, einen ersten Vorentwurf gestellt – jene Präsentation, die den Stadtverordneten vorgestellt wurde.
Der gegenwärtige Planungsstand fußt auf den Abstimmungen, die eine erweiterte Arbeitsgruppe die zurückliegenden Wochen über vorgenommen hat. Nicht nur Vertreter der Stadtverwaltung und der Schule sind dabei einbezogen, sondern auch der Landkreis und der Denkmalschutz, wie Bürgermeister Arno Jaeschke und Sabine Löser, die Fachbereichsleiterin Bau im Altlandsberger Rathaus, zum Vorlauf erklären. Mit der Schließung der vorhandenen Baulücke auf dem kommunalen Grundstück werde die Klosterstraße im hinteren Teil zu einer Art Schulcampus, wenn man die zwei bestehenden Schulgebäude, den geplanten Neubau und den Hort auf der anderen Seite als Gesamtheit betrachte, sagt Sabine Löser.
Die Planer hatten sich in ihrer Arbeit zudem an ein Grundkonzept der Auftraggeber zu halten, das schon relativ klare Vorgaben machte. So sollen in dem Neubau nicht nur sechs Klassenräume und zwei Multifunktionsräume für den Fachunterricht Platz finden, sondern auch Lehrerzimmer und ein Sanitätsraum. Entstanden war auch die Idee, einen relativ großzügig gestalteten Foyerbereich zu schaffen, der neben den Alltagsbedürfnissen auch für kleinere Veranstaltungen nutzbar ist. Auch dies ist bereits in den Vorentwurf eingearbeitet.
„Wir wollen mit der Stadtpolitik das Einvernehmen erzielen, um demnächst in Leistungsphase drei und vier gehen zu können“, erklärt der Bürgermeister. Also die konkrete Entwurfs- und Ausführungsplanung und nächstfolgende Schritte. Deswegen schließt sich an die erfolgte Erstpräsentation in großer Runde am 12. April eine ausführliche Beratung im Stadtentwicklungsausschuss an, an der sicher auch einige Stadtverordnete über die Ausschussmitglieder hinaus und interessierte Bürger teilnehmen werden. Ein Beschluss soll dann auf einer Stadtverordneten-Sondersitzung am 18. April gefasst werden. Ziel sei, bis August den Bauantrag fertig zu haben, damit günstigenfalls bis Jahresende die Baugenehmigung vorliege, verweist Sabine Löser auf die Zeitschiene.
Froh sei man, dass insbesondere der Denkmalschutz, seit Anbeginn des Planungsprozesses aktiv einbezogen, mit den bisherigen Vorstellungen im Grundsatz mitgehe. Das betreffe insbesondere die Gestaltung mit dem lichtdurchfluteten Foyerbereich, wie Sabine Löser sagt. Gelungen sei mit dem Vorentwurf eine bauliche Kompromisslösung, die in mehreren Aspekten die bestehende Bebauung der Klosterstraße aufgreife. Damit sei dann auch für den Denkmalschutz akzeptabel, dass das neue Schulgebäude zum Teil über Sattel- zum Teil über ein Flachdach verfügen werde.
Hinsichtlich der Fassadengestaltung stehen momenten zwei Varianten zur Auswahl. Ganz gleich, ob sich die Stadtverordneten nach den finalen Beratungen für die Option helle Klinkersteine oder Putzfassade mit spezieller Fensterfront entscheiden – finanziell mache das keinen markanten Unterschied, stellt die Bauamtsleiterin klar.
Die Kostenschätzung beläuft sich auf etwa 3,5 Millionen Euro. Da Altlandsberg pro Haushaltsjahr nur etwa 1,3 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung hat, wie Arno Jaeschke betont, erscheint es geradezu zwingend notwendig, im Rahmen des Stadtsanierungsprogramms an Fördermittel zu kommen, damit eine bauliche Umsetzung wie angedacht auch 2019 erfolgen kann. Der Bürgermeister unterstreicht zudem, dass es nicht darum geht, in Größenordnungen Platz für zusätzliche Schüler zu schaffen. Vielmehr soll eine Art Ersatz für das jetzige Grundschulgebäude entstehen. Die Räume dort sollen dann nach Fertigstellung des Neubaus zum Beispiel für Arbeitsgemeinschaften und andere Aktivitäten genutzt werden.
Ebenso, beruhigt Jaeschke etwa aufkommende Sorgen der Anwohner, sei mit dem Neubau nicht mit mehr Fahrzeugfluss in der Klosterstraße zu rechnen. Zum Verkehrskonzept, das ja insgesamt für die Innenstadt in Arbeit ist, werde es wohl im Mai/Juni Bürgerversammlungen geben. Da sei dann natürlich auch der Bereich Klosterstraße einbezogen, wenn es um Lösungen für bestehende Probleme geht.