Sektorkopplung hieß das zentrale Thema am Donnerstagnachmittag im Konferenzsaal des Stic Strausberg bei der 10. Energiekonferenz der Stadtwerke Strausberg. Als Hauptreferent bezeichnete Stephan Alexander Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Experte für Stadtmarketing und Stadtentwicklung und Berater  verschiedener Regierungsstellen, die digitale Transformation, künstliche Intelligenz und Sektorkopplung als „Zukunftsakkord“.
Vogelskamp schlug große Bögen, bevor ein Schaubild die Sektorkopplung darstellte. Vom weltweiten spektakulären Bevölkerungszuwachs, der allgemein nervösen Stimmung und Verunsicherung und den zunehmenden Umweltproblemen war da die Rede. „Es gibt keine schnelle politische Lösung“, sagte der Referent und: „Wir brauchen eine globale Energiewende.“ Für Lösungen im nationalen und kommunalen Maßstab hin zu einer intelligenten Energiewende sei die Sektorkopplung ein guter Weg. Das Schaubild zeigt als Sektoren die Strom-, die Wärme- und die Kälte-Produktion sowie die Mobilität, dazwischen die Begriffe Effizienz und Steuerung. Dies alles soll so gekoppelt werden, dass die Effekte moderner Technologien dadurch verstärkt werden.
Kraft-Wärme-Kopplung in Blockheizkraftwerken gehört in den Stadtwerken Strausberg seit Jahren zum Standard, hatte Bürgermeisterin Elke Stadeler in ihrem Grußwort erwähnt: „In den vergangenen 25 Jahren haben wir mit den Stadtwerken und den anderen städtischen Gesellschaften große Fortschritte hin zu einem umweltfreundlicheren und sauberen Strausberg gemacht.“ Sie würdigte besonders die Tatsache, dass regelmäßig Schüler des Oberstufenzentrums an den Energiekonferenzen teilnehmen: „Wie gut das bei der Gewinnung von Nachwuchs für ingenieurtechnische Berufe funktioniert, zeigt, dass Florian Konieczny, der anfangs als Schüler teilnahm, heute Ingenieur bei den Stadtwerken ist.“
Diesmal war Lehrerin Susanne Lunacek mit zwei Seminarkursen der 12. und 13. Klassenstufen des beruflichen Gymnasiums im Konferenzsaal: „Die Energiekonferenzen sind für unsere Schüler eine Fundgrube, da wird geballtes Wissen über Zukunftsstrategien vermittelt“, sagte sie. Als Einstieg in das wissenschaftliche Arbeiten verfassen die Schüler Seminararbeiten zu den behandelten Themen. Und dazu gehörte auch die Sektorkopplung als Mittel zur Erreichung der Klimaziele, über die Ralf Wittmann vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft referierte: „Wir leben schon in einer fest elektrischen Welt. Deshalb ist es unabdingbar, die Stromproduktion zukunftsfähig zu machen.“ Überschüssige erneuerbare Energie könne genutzt werden, um quasi Erdgas herzustellen. Braunkohle müsse aus der Strom- und Wärmeproduktion herausgelöst werden. Erdgas könne man verflüssigen und als Treibstoff für Lkw und Kreuzfahrtschiffe verwenden.
Andere Vorträge stellten die Umrüstung von Fernwärme-Teilnetzen auf Niedrigtemperatur, dem Engagement der Strausberger Tochterunternehmen für einen emissionsarmen Verkehr und deren CO2-Bilanz vor.