Seit dem 1. Januar 2018 gibt es die Strausberger Eisenbahn GmbH mit Andreas Gagel als Geschäftsführer. Zu der Holding-Gesellschaft gehören fünf verschiedene Tochtergesellschaften. Die Strausberger Eisenbahn, die Strausberger Flugplatz GmbH, die Sport- und Erholungspark GmbH, die Stadtwerke Strausberg GmbH und die Strausberger Wohnungsbau GmbH. Bei Letzterer ist Gagel seit vergangener Woche, wie bei den anderen Töchtern auch schon, alleiniger Geschäftsführer, nachdem die Gesellschafterversammlung die Freistellung von Mathias Wegner-Repke beschlossen hatte. Die Gesellschafter sind mit 90 Prozent Beteiligung die Eisenbahn und mit zehn Prozent die Stadt, vertreten durch Gagel und Bürgermeisterin Elke Stadeler.
Kritik wurde vor allem deswegen laut, weil die Entscheidung am Aufsichtsrat der SWG vorbei getroffen wurde. Er wurde erst im Nachhinein darüber informiert. Kritik wurde aber auch deswegen geäußert, weil Mathias Wegner-Repke ursprünglich einer der Köpfe sein sollte, die Gagel an der Spitze der Stadtwerke-Gruppe, einen Namen hat sie noch nicht, ablösen sollten. Im Sommer hatten die Stadtverordneten beschlossen, dass die Gruppe von mehreren Geschäftsführern geleitet wird. Die SWG-Gesellschafter waren nun aber zu dem Ergebnis gekommen, dass mit Wegner-Repke „für die künftigen neuen Aufgabenstellungen keine gemeinsame Basis gefunden werden kann“. Kann der Wille der Stadtverordneten damit nicht umgesetzt werden?
Andreas Gagel sagt nein. Im Hauptausschuss am Montag und der MOZ gegenüber erklärte er, dass drei Geschäftsführer für die Stadtwerke-Gruppe gesucht werden. Einer für den Bereich Wohnen, der die SWG leiten würde, einer für den Bereich Energie, der Geschäftsführer der Stadtwerke würde, und ein Chef für die Eisenbahn und den Flugplatz, der neben dem Bereich Verkehr den kaufmännischen Part der Gruppe übernehmen würde. Die Stelle für den Geschäftsführer Verkehr sei bereits ausgeschrieben. „Es gibt 40 Bewerber.“ Die Brückentage nach dem 3. Oktober sollen bereits für erste Kennenlerngespräche mit ausgewählten Kandidaten genutzt werden. Vorschläge aus dieser Runde sollen dem Aufsichtsrat der Stadtwerke-Gruppe Ende Oktober gemacht werden, sagt Gagel. Er wolle die nächsten zwei Jahre für die Personalsuche, -findung und Einarbeitung der drei Geschäftsführer nutzen. Erst wenn dieser Prozess mit einem geordneten Übergang abgeschlossen sei, wolle er sich zurückziehen.
Bleibt der Fall Wegner-Repke: Auf Nachfrage im Hauptausschuss von Ronny Kühn (Linke), ob der Entscheidungsweg am Aufsichtsrat vorbei im Vorfeld der Freistellung richtig gewesen sei, verwies Elke Stadeler auf den nicht-öffentlichen Teil. Auch dort gab sie dem Vernehmen nach keine Begründung. Am Dienstag und Mittwoch, wenn der Aufsichtsrat der SWG und der Beteiligungsausschuss tagen, erhoffen sich viele Mitglieder Antworten auf offene Fragen. „Herr Gagel und Frau Stadeler werden schon ihre Beweggründe gehabt haben, eine Information an den Aufsichtsrat wäre aber schön gewesen“, sagt Nick Reinking (SPD).