Christian Goy schätzt den Zustand der Straßenbeleuchtung in der Stadt als "normal" ein. Daher sei es die nötige Auswechslung der quecksilberhaltigen Leuchten auch nicht umfänglicher als anderswo, sagt der Geschäftsführer der Alliander Stadtlicht GmbH.
Die vertraglich festgelegten Zahlen sieht er nicht als Problem an. Danach müssen allein in den ersten drei Jahren des auf 20 Jahre ausgelegten Abkommens an die 1400 Leuchten und an die 500 Masten ausgetauscht werden. Die Zeit drängt also. Christian Goy und sein Bereichsleiter für Öffentliche Beleuchtung Lutz Schmidt geben sich gelassen.
Erst einmal sei im Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung eine "Bestandsaufnahme" erfolgt. Schließlich habe es bei manchen Straßen, die ausgebaut werden sollen, Veränderungen bei den Prioritäten gegeben. "Inzwischen haben wir aber die endgültige Liste mit den aktuellen Planungen erhalten", sagte Goy.
In der Stadtverwaltung sieht man das doch etwas anders. Natürlich habe sich das Unternehmen zu Beginn erst einmal eine Übersicht verschaffen müssen, stimmte die zuständige Fachbereichsleiterin Birgit Bärmann zu. Aus der ursprünglichen Planung seien aber letztlich lediglich sechs der insgesamt 133 Straßen herausgefallen. Das betreffe nicht mehr als 102 der rund 1400 Leuchten. Birgit Bärmann hätte sich daher gewünscht, dass die ersten Bestellungen schon früher als im Oktober aufgegeben worden wären.
Schließlich gehe es um die Umsetzung des vereinbarten Energieeffizienzkonzepts. "Jede Verzögerung bei der Umsetzung geht zu Lasten von Alliander", stellte die Fachbereichsleiterin fest.
Die Rechnung ist ganz einfach: Die Stadt zahlt dem Unternehmen bis 2044 jährlich 375 000 Euro. Im Jahre 2034 darf laut Vertrag keine Leuchte älter als 30 und kein Mast älter als 55 Jahre sein. Neben diesem Erneuerungsplan ist auch ein festgeschriebenes Energieeffizienzkonzept vertraglich fixiert, das innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden soll. Je schneller also der Einbau der modernen Leuchten erfolgt, um so stärker sprudelt die Geldquelle.
Den nötigen Strom bezieht Alliander übrigens von den Stadtwerken Strausberg. Der entsprechende Vertrag sei jüngst bis ende 2015 verlängert worden, teilte Christian Goy mit.
Bürgermeisterin Elke Stadeler zeigt sich zuversichtlich, dass es mit Alliander "gut läuft". Man habe schließlich lange abgewogen. Sie erinnerte an den Stromausfall in der Wriezener Straße am 3. Oktober. Da sei der Schaden zur allgemeinen Zufriedenheit innerhalb ganz kurzer Zeit behoben worden.
Laut Vertrag müssen Ausfälle von mehr als vier aufeinander folgenden Lampen innerhalb von 24 Stunden beseitigt werden.
Auf LED-Beleuchtung soll übrigens im Wesentlichen verzichtet werden. Die Technik sei doch noch etwas anfällig, sind sich Stadtverwaltung und Alliander einig.