Herr Jonas, 2013 hatten Sie von einer durchwachsenen Bilanz gesprochen. Lief das vergangene Jahr besser?
Doch, ich bin zufrieden. 2014 war für die Wirtschaftsfördergesellschaft ein gutes Jahr.
Wie sieht es mit Ihrem Aushängeschild, dem Büro- und Konferenzhaus TP 6, aus?
Auch da hat sich die Situation nach schleppendem Start Ende 2012 verbessert. Rund 70 Prozent der 35 Büros sind mittlerweile vermietet. Auch einige Existenzgründer, die wir hier in die Selbstständigkeit begleitet haben, sind darunter.
Zum Beispiel?
Ich nenne mal die Neugründungen LemmIT und Levicon Systems. Wir bieten den jungen Firmen aber auch sehr günstige Sonderkonditionen. So liegt die Monatsmiete im ersten Jahr bei lediglich 99 Euro.
Und wie läuft das Geschäft mit den Veranstaltungen in den Seminarräumen?
Zunehmend besser. Die Hälfte unserer Einnahmen für das Gebäude entfällt inzwischen auf Veranstaltungen von Vereinen, Parteien, Behörden und anderen Einrichtungen. 2014 hatten wir hier 71 Veranstaltungen. Für 2015 gibt es bereits 14 feste Buchungen.
Sind die kritischen Stimmen aus dem Kreistag, die das Projekt seinerzeit als überdimensioniert ablehnten, nun leiser geworden?
Die Zweifler kamen damals aus den Reihen der Opposition. Mir ist lange schon nichts mehr von ihnen zu Ohren gekommen.
Abgesehen vom Haus TP 6, wie sieht es generell auf dem Gelände des Strausberger Technologie- und Innovations-Centrums (Stic) aus?
Ich hoffe, dass wir bis Ende des Jahres die Folgen des Wegzugs der Sozialwirtschaftlichen Fortbildungsgesellschaft Sowi kompensiert haben. Derzeit baut der Landkreis die frühere Sowi-Halle mit insgesamt 800 Quadratmetern in kleinere Gewerbehallen um. Der Bedarf ist groß. Die Nutzungsfläche auf dem Areal beträgt insgesamt 9000 Quadratmeter, die Auslastung liegt bei 80 Prozent. 70 Mieter haben hier am Standort insgesamt 150 Arbeitsplätze geschaffen.
Seit Jahresbeginn gelten neue Förderrichtlinien. Inwieweit sind Ihre drei Existenzgründerprogramme davon betroffen?
Sehr, Potsdam hat die Fördermittel auf etwa 300 000 Euro pro Jahr halbiert. Leider mussten wir daher das Projekt "Green Companies" einstellen, das allein im vergangenen Jahr 40 Existenzgründer im Agrar- und Ökobereich begleitete. Ich bin froh, dass die erfolgreichen Projekte "Lotsendienst" und "Young Companies" weiterlaufen können. Möglich wurde dies durch Umstrukturierungen, mehr Effizienz und Hilfe des Landkreises. Immerhin haben wir seit 2004 durch die beiden Projekte mehr als 2150 Gründungen aus der Arbeitslosigkeit begleitet. Die Finanzierung bis 2017 ist gesichert, wir hoffen dann auf eine Verlängerung um weitere drei Jahre.
Welche Themen sind Ihnen in diesem Jahr noch wichtig?
Menschen aus geringfügiger Beschäftigung herauszuholen. Konkret meine ich die Anstrengungen unseres Fachkräfteteams, über unser Netzwerk und in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Minijobber in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu bringen. Das ist uns 2014 in 18 Fälle gelungen. Da wollen wir anknüpfen.
Inzwischen gibt es hier auf dem Gelände Strausbergs zweite Ladestation für Elektroautos?
Das ist richtig, sie wurde am 19. Dezember aufgestellt, kurz nach der ersten Ladestation am Flugplatz. Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Gagel war für unser Ansinnen sehr aufgeschlossen. Wir hoffen natürlich, dass die Ladesäule nun auch angenommen wird.