Marco Rutter hatte die Angerscheune für seine Wahlparty gemietet und den Andrang wohl ein bisschen unterschätzt. Denn schon kurz nach 18 Uhr füllte sich der kleine Saal mit seinen Anhängern. Schon am Eingang hieß es freudig mit Blick auf die Videoleinwand, auf der alle die Stimmenauszählung verfolgen konnten: „Ah, unser Marco hat schon weit über 60 Prozent.“ Fast hörbar flaute bei vielen, die die Daumen gedrückt hatten, die Aufregung ab. Und auch der künftige Bürgermeister gestand: „Die Anspannung lässt nun nach. Vor allem diese Vielfach-Belastung, die ich in den vergangenen Wochen hatte. Da kamen zur Arbeit im Büro und der Freiwilligen Feuerwehr natürlich auch jede Menge Termine im Bürgermeister-Wahlkampf. Doch die haben sich alle gelohnt, gab es doch tolle Gespräche und viele Ideen, was wir in nächster Zeit angehen sollten. Das hat viel Spaß gemacht. Ich danke auch meiner Frau Dana, die mir sehr den Rücken freigehalten, Familie und unser Zuhause gemanagt hat.“
Monika Hauser, die Chefin vom Seeschloss, wird das auch weiterhin bleiben. 2187 Wähler und damit 38,6 Prozent hatten für sie gestimmt. Das reichte aber nicht gegen die 3475 Stimmen, die ihr Gegenkandidat für sich gewinnen konnte. Sie reagierte traurig. „Die Ortsteile haben hier entschieden. Zwei Drittel sind Petershagener und haben Marco Rutter unterstützt, ein Drittel ist Eggersdorf.“ Die seit vielen Jahren als Gemeindevertreterin ehrenamtlich arbeitende Frau zeigte sich enttäuscht, dass ihr Engagement in dieser Funktion nicht den Ausschlag gegeben hat. Ehemann Jens, Töchter Fanny und Friederike und Sohn Johann hatten die Daumen für ihre Mutter und die Ehefrau gedrückt. Gewinner des Abends ist Dackel Willi, der ab sofort wieder von seinem Frauchen öfter ausgeführt werden kann.
„Ich freue mich, dass ich all das, was ich an Plänen für Neuenhagen in den vergangenen Wochen auf Wahlveranstaltungen dargelegt habe, nun in den kommenden acht Jahren umsetzen kann“, reagierte der haushohe Gewinner Ansgar Scharnke in Neuenhagen. Er hatte sich deutlich gegen seine Herausforderin Janina Meyer-Klepsch durchgesetzt. Er sei völlig überwältigt vom Ergebnis und seinen Helfern und Unterstützern sehr, sehr dankbar. Denn ohne sie hätte er das alles nicht erreicht. In der Piratenkogge gab es für die Helfer dann auch Freibier zur Feier des Tages. In den kommenden Wochen wolle er eng mit Noch-Bürgermeister Jürgen Henze zusammenarbeiten, um im Mai einen nahtlosen Übergang hinzubekommen. Die Wahlbeteiligung in der Gemeinde lag bei immerhin noch 52 Prozent.
Janina Meyer Klepsch (SPD) behielt in Neuenhagen trotz ihrer Niederlage die gute Laune und positive Einstellung: „Ich werde meinen Job in der Verwaltung dennoch weiter machen und dafür Sorge tragen, dass die Abläufe ordnungsgemäß weiter gehen“, sagte sie. Sie dankte den vielen ehrenamtlichen Wahlhelfern, die sie in den vergangenen Monaten unterstützt haben. Gern erinnere sie sich an die Gespräche mit den Bürgern. Die Anregungen, die es dort gab, die würden bleiben. Enttäuscht zeigte sie sich über die Begründungen, warum Wähler ihre Stimme an Ansgar Scharnke gaben. „Eine war, er sei für eine Oberschule. Das waren wir sechs Kandidaten alle“, sagte sie.