Bauordnungsamtsleiterin Carla Bork als Gastgeberin war schon bewusst, dass ein solches Angebot an einem Vormittag in der Woche von Berufstätigen nicht wahrgenommen werden kann. Dennoch habe man sich zu der Offerte entschlossen, um den Standort bei der Bevölkerung mehr ins Bewusstsein zu rücken und zugleich das Engagement der Mitarbeiter zu würdigen, erklärte die amtierende Fachbereichsleiterin. Nach Aussage von Landrat Gernot Schmidt hat der Landkreis in der Klosterstraße immerhin 220 Beschäftigte. Und die Arbeitsplätze in dem zu großen Teilen rekonstruierten einstigen Kloster und Landarmenhaus oberhalb des Straussees seien "überaus beliebt", wie Carla Bork bescheinigte.
Dennoch wolle man bereits jetzt Berufsnachwuchs für die Tätigkeiten interessieren, ergänzte sie. Deshalb habe man den Tag der offenen Tür mit dem Zukunftstag Brandenburg verknüpft. Die eingeladenen Kita-Kinder aus der Einrichtung Tausendfüßler in der Hegermühle waren dafür freilich noch etwas zu jung. Für sie wurde eine Verabredung aus dem Sommer 2013 eingelöst, als Abfallberaterin Peggy Thräne zu einem Projekttag in der Kita war. Die Knirpse konnten sich ins Führerhaus eines Entsorgungsfahrzeugs setzen und das "Ziehen" der Tonne ganz aus der Nähe anschauen. Im Anschluss nahm sie Carla Bork auch mit in die Büros.
Erwachsene führte derweil die Werkleiterin des Entsorgungsbetriebes Märkisch-Oderland (EMO) Angela Friesse durch den neuen Sitz des Kreis-Unternehmens. "Hier habe ich früher jahrelang mein Auto geparkt", erinnerte sich Karl-Heinz Schulz, ein früherer Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Wie er sahen sich mehrere ehemalige Beschäftigte in dem EMO-Neubau und den benachbarten sanierten Gebäuden um. Und Familie Dittrich aus Strausberg. "Wenn man so eine Möglichkeit bekommt, muss man sie auch nutzen", fand Hannes Dittrich. Alle stimmten mit den Gastgebern überein, dass der Bereich durch die Investitionen des Kreises eine deutliche Aufwertung erfahren habe.
In Kürze wird mit dem Umbau im Kataster- und Vermessungsamt begonnen. Dann müssen noch die Außenanlagen gestaltet werden. Der Landrat versprach in dem Zusammenhang eine Öffnung für die Bevölkerung mit "interessanten Zu- und Abgängen zum Straussee". Mehr Autostellflächen sollen bei der Gelegenheit ebenfalls entstehen. Und den Uferweg werde man auch noch hinkriegen, zeigte sich Schmidt optimistisch.
Ins Gespräch kommen konnten Gäste überdies mit Fachdiensten vom Jugendamt oder Petra Krüger vom Pflegestützpunkt. In Strausberg sei der mittlerweile bekannt, schloss sie aus rund 1500 Beratungen jährlich, doch in ländlichen Gebieten sieht sie noch Nachholbedarf. Sprechtage sind Dienstag und Freitag.
Über den Tag hinaus hängen bleibt eine kleine Ausstellung im Erdgeschoss von Haus 4. Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege hat dafür Material zugeliefert. Zu sehen sind unter anderem Fotos von Mauer-Funden auf dem Gelände. Zunächst habe man überlegt, diese sichtbar zu lassen, aber keine befriedigende Lösung gefunden, erklärte Carla Bork. Bei der Außengestaltung solle die Lage der Fundamente kenntlich gemacht werden, kündigte sie an. Zudem werde überlegt, einen Vortrag zur Geschichte des Standorts anzubieten.