„Wir brauchen mehr von diesen Anlagen“, meinte Georg Stockburger, der bei der Inbetriebnahme STIC-Geschäftsführer Andreas Jonas vertrat und für Bündnis 90/Grüne in der Neuenhagener Gemeindevertretung sitzt. „In absehbarer Zeit werden wir nichts Besseres zur Verfügung haben“, ist er überzeugt und hofft, dass in der Region „noch sehr viel mehr davon gebaut werden, auch im gewerblichen Bereich“. Die Stadtwerke Strausberg spielten diesbezüglich eine Vorreiterrolle.
Über derartiges Lob musste Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Gagel dann doch etwas schmunzeln. „Mit der Kraft-Wärme-Kopplung sind wir in unserem Heizkraftwerk Nord schon seit 15 Jahren erfolgreich“, sagt er. Von der Bevölkerung werde das nur gar nicht wahrgenommen.
Herzstück der Anlage ist der Gasmotor, dessen elektrische Leistung 1,2 Megawatt ausmacht. Zusätzlich wird eine Heizleistung von zehn Megawatt geliefert. Versorgen kann man damit an die 4000 Haushalte, „praktisch die doppelte Hegermühle“, wie Gagel locker anmerkt. Ein 80 Kubikmeter fassender Pufferspeicher sorgt dafür, dass die Anlage auch bei weniger Nachfrage stabil laufen kann. Gagel kündigte in dem Zusammenhang an, dass die Fernwärmetrasse an der S-Bahn Richtung Strausberg-Nord außer Betrieb genommen und später rückgebaut wird.
Gut 2000 Tonnen Kohlendioxid sollen dank der neuen Technik pro Jahr weniger in die Luft geblasen werden. Für den Stadtwerke-Chef ist das ein wichtiger Baustein mit Blick auf das erklärte Ziel der Stadt, jährlich ein Prozent Energie bzw. Emissionen einzusparen. So sieht es zumindest das integrierte Klimaschutzkonzept bis 2020 vor, das Strausberg zu Jahresbeginn verabschiedet hat.
Bürgermeisterin Elke Stadeler dankte ausdrücklich den Stadtverordneten, die mit der Gründung der Stadtwerke 1990 die Vision gehabt hätten, selbst Strom erzeugen zu wollen. Das sei gut für den eigenen Einfluss und für das Klima. Mit dem Start der Kraft-Wärme-Kopplung sei man fünf Jahre später einen weiteren wichtigen Schritt gegangen.
Landrat Gernot Schmidt wies darauf hin, dass der Landkreis „einer der größten Kunden der Stadtwerke Strausberg ist“. Als Hauptabnehmer nannte er das Fontane-Gymnasium, das Oberstufenzentrum MOL, das Krankenhaus MOL und das Landratsamt. Die entsprechenden Verträge seien erst unlängst unterzeichnet worden und bedeutsam für die „wirtschaftliche Basis“ der Stadtwerke. Der Landrat sprach zudem von einer „energetischen Revolution“, die derzeit ablaufe. Schon jetzt könnten theoretisch 60 Prozent aller Haushalte im Landkreis durch alternative Energiequellen wie Biomasse, Sonne und Wind versorgt werden. Dabei sei ihm sehr wohl bewusst, so Gernot Schmidt weiter, dass mit dem Ausbau der Windenergie „neue Konflikte auf uns zukommen“.