Inspiriert durch den Sohn
Die Bilder, die Rudolf Hölscher im Obergeschoss der Bibliothek und im Treppenhaus zeigt, sind voller kraftvoller Klänge. Er lichtet seit fünf Jahren Musiker auf ihren Konzerten ganz aus der Nähe ab. Fotografiert hat der geborene Münsterländer, inzwischen seit 1995 ins Brandenburgische verliebte Architekt, schon seit seiner Schulzeit. Einen Neustart ins Hobby gab es für ihn, als sein Sohn mit einer Digitalkamera aufwartete, wie er berichtet. "Da hat es bei mir Zoom gemacht", sagt er lächelnd. Und da auch die Musik schon immer eine wichtige Rolle in seinem Leben spielte, hat er sich der Musiker angenommen. Aufs Wesentliche reduziert, zeigen seine zumeist Schwarz-Weiß-Aufnahmen eindrucksvoll die Kraft der Musik und den Enthusiasmus der Ausführenden. Begleitet wurde die Vernissage in der Bibliothek vom Veranda Trio mit heiter dargebotenen groovenden und swingenden Klängen. Unter den Gästen der Vernissage waren auch Peter Heibel und Conny Jürgens vom Fotoclub Köpenick, die selbst schon Ausstellungen gestalteten und die Bilder von Hölscher mit enstprechendem Sachverstand loben konnten.
Bibliotheksleiterin Stefanie Reich wird es nicht müde, die Gemeinde Neuenhagen dafür zu loben, dass sie vor Jahren den Beschluss fasste, ein neues Bürgerhaus zu bauen und so auch der Bib­liothek "die schönsten Möglichkeiten und Bedingungen weit und breit" zu schaffen, wie sie sagte. Die Bibliothek ist die größte unter den 24 Bibliotheken des Landkreises Märkisch-Oderland. Das Bibliotheksnetz von Altlandsberg bis Zeschdorf registrierte im vergangenen Jahr ­423 ­470 Medien-Entleihungen. Da liegt Neuenhagen ganz vorn. "Zwar sind Film- und CD-Ausleihen rückgängig – da werden wir neue Wege gehen", sagt die Leiterin, "aber dennoch wurde statistisch gesehen jedes der 40 000 Medien aus den Regalen öfter als zweimal ausgeliehen."
Die Lange Nacht der Bibliotheken, die bis um 2 Uhr am Sonnabend noch Filme für Erwachsene bereithielt, fand in Neuenhagen zum dritten Mal statt.