Limonade als Erfolgssignal
Lange dauert es, bis sie zwischen der Plattform und dem Ufer schließlich auftauchen. Sie machen einen kontrolliert schwimmenden Notaufstieg aus sechs Meter Tiefe. "Das ist eine komplexe Übung", erläutert Ralf Schwalbe, "um sicher und selbstständig aufzusteigen. Man muss mit einem Atemzug einen kontinuierlichen A-Ton ausstoßen, damit die Lunge bei abnehmendem Außendruck nicht überdehnt oder gar reißt." Als Erste kommt Tauchlehrerin Manuela Ahrens-Faber hoch, dann gruppieren sich drei Kinder in Masken und Anzügen um sie herum. Sie trinken aus kleinen bunten Tüten Limonade! "Ja, jedes Kind, das die Prüfung zum Junior Open Water Diver bestanden hat, konnte sich an der letzten Plattform eine Capri-Sonne zur Belohnung mit nach oben nehmen", lacht Ralf Schwalbe, der das Ferien-Tauchcamp der Tauchbasis im Kulturpark leitet.
Weitere drei Kinder kommen im Gefolge von Torsten Steinert. Am Freitag konnte ein halbes Dutzend Tauchanfänger den ersten Tauchschein in Empfang nehmen. Eine Woche lang haben 22 Kinder und Jugendliche aus Strausberg, der ganzen Region einschließlich Berlin, aber auch aus Stendal, im Kulturpark unter Wahrung der Abstandsregeln gezeltet und gruppenweise Tauchausbildung und viel Spaß genossen. Wer zum zweiten Mal teilnahm, das waren ebenfalls ein halbes Dutzend, konnte den Schein zum Advanced Open Water Diver erwerben, und drei Kinder, Fiona, Lena und Connor, erklommen die nächste Stufe, den Rescue-Diver. Dazu absolvieren sie eine Rettungsübung. Unter Wasser suchen und finden die drei Kinder den sich tot stellenden Tauchlehrer Martin Auerbach in einem knallroten Tauchanzug. Connor und Fiona ziehen ihn aus dem Wasser und legen ihn zwei Meter vor der Wasserlinie auf den Sand. Lena befreit ihn von den Druckluftflaschen. Dann wechseln Connor und Fiona zur Erste-Hilfe-Trainingspuppe, um den verunfallten Taucher wieder zu beleben. Mund-zu-Mund-Beatmung wird unter Corona-Bedingungen nur mit Handzeichen angedeutet. Am Freitag erhalten auch diese drei den Junior-Rettungstaucher-Schein.
Erfahrene Spezialisten
Mit Assistent Instructor Andreas Eichinger gehen die restlichen sieben Teilnehmer ins Wasser. Es sind die Speciality-Diver, die sich speziellen Aufgaben widmen. Beispielsweise dem Tarieren in Perfektion, das heißt, mit der ganzen Ausrüstung am Körper eine solche Haltung einzunehmen, dass man einen geringstmöglichen Wasserwiderstand erzeugt. Dabei ist auch Karl Burdack (18) aus Berlin.  Ralf Schwalbe sagt: "Ich hoffe, wir können ihn noch zum Dive Master machen." Und als Senioren rundet die 67-jährige Elke Rotloff den Tauchgang ab. Sie war zum dritten Mal im Camp.

Für Umweltschutzunter Wasser

Assistent Instructor Andreas Eichinger ist einer von 16 Europäern, die die europäische Bürgerinitiative "Stop Finning – stop the Trade" initiiert haben. Sie richtet sich gegen das Finning, bei dem Haien bei lebendigem Leib die Flossen abgetrennt werden, wodurch sie elend sterben. "Millionen Haie werden Feinschmeckern geopfert", klagt Eichinger an. Laut EU-Verordnung sind das Aufbewahren, Umladen und Anlanden jeglicher Haiflossen in EU-Hoheitsgewässern und auf allen EU-Schiffen verboten. Die Bürgerinitiative fordert, auch Export, Import und Transit von Haien und Rochen zu verbieten. (www.stop-finning.eu) js