Bürger stehen vor einem Rätsel

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hat sich der Mann, der tot in seiner Garage lag, das Leben genommen, wie Stefan Möhwald, Sprecher der Direktion-Ost, am Dienstag informierte. Die Ermittlungen zu den Geschehnissen im Vorfeld, bei denen die Ehefrau verletzt wurde, dauern an. Dem Vernehmen nach habe ihr Mann sie töten wollen. Die Polizei wollte das nicht bestätigen.
Bis in den späten Nachmittag hinein war sie am Montag mit einem Großaufgebot der Inspektion Märkisch-Oderland, der Direktion Ost und Kriminalisten vor Ort. Zwei Suchhunde der Polizeiinspektion Oder-Spree kamen ebenso zum Einsatz wie ein Rettungs- und ein Hubschrauber der Landespolizei, mit dem zwei Stunden lang nach einem vermeintlichen Täter gesucht wurde. Im Zuge der Ermittlungen war ein 71-Jähriger befragt worden. Zu den Ergebnissen wollte sich Polizei-Direktionsleiter Ingo Heese nicht äußern.
Jens Knoblich, Vorsitzender des Ortsbeirates von Hohenstein, zu dem Gladowshöhe gehört, sagte nach Gesprächen mit einigen Einwohnern: "Jeder steht vor einem Rätsel, was dort passiert ist. Die Leute halten sich aber zurück und spekulieren nicht großartig, sondern sind einfach recht fassungslos. Das Wie und Warum kann keiner so richtig nachvollziehen." Für den Ortsteil sei es schon eine sonderbare Lage, zumal es dort bis auf Nachbarschaftsstreitigkeiten solch einen Fall noch nicht gegeben habe. "Wir sind ja bisher von Kriminalität und Katastrophen verschont geblieben, es war eigentlich immer ein ruhiger Ort", sagte Knoblich.
Auch in der Nachbarschaft der grünen Wohnsiedlung mit Einfamilienhäusern und großen Gärten herrschte am Dienstag Bestürzung. "Wir haben einen der Hubschrauber gehört und dann noch am Abend den Zeitungsartikel im Internet gelesen", sagte Gabriele Hartenstein aus einer Nebenstraße des Siedlerwegs. "Bis jetzt haben wir hier in absoluter Idylle gelebt. Wir hoffen, dass das so bleibt."
Fred Quandt, der auch in dieser Nebenstraße wohnt, beschreibt die Gegend als sehr ruhig. "Man kennt sich und achtet aufeinander, so, wie es in einem Dorf üblich ist", sagte Quandt. Auch er hatte den Einsatz mitbekommen. "Bis 16 Uhr war hier richtig Trubel", sagte er. "Ich habe mich mit Nachbarn unterhalten. Am Anfang bestand die Angst, dass hier jemand in die Siedlung gekommen ist und ein Verbrechen verübt hat." Er sei froh, dass das nicht so war. "Tragisch und schlimm ist es trotzdem."

Hinweis der Redaktion


In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen oder Suizidversuche – außer die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1110111 oder 0800 1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. red