Die Hände kribbeln, Schmetterlinge fliegen im Bauch umher, das Herz schlägt Purzelbäume. So fühlten sich viele Teilnehmer bei der Fanfaronade am Sonnabend, bevor es in der Energie-Arena auf den Platz zum Auftritt ging. Trotz der hohen Temperaturen um die 30 Grad waren 1200 Besucher gekommen, um den KSC Strausberg und die anderen Fanfarenzüge zu erleben.
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Nora Grundmann ist eine erfahrene Spielerin an der Hochtrommel. Die 29-Jährige musiziert seit neun Jahren im Strausberger Fanfarenzug, zuvor schon zehn Jahre bei einem anderen Verein. "Es ist immer aufregend, bei der Fanfaronade zu sein. Man findet hier Freunde fürs Leben", sagt sie.
Die Marschtrommler Kenny Klaft und Thomas Rode vom KSC Strausberg freuen sich auch jedes Jahr auf ihren Auftritt. "Es ist ein aufregendes Erlebnis. Wir lernen immer tolle neue Leute kennen", sagt Kenny Klaft. Thomas Rode sieht das Spielen als einen tollen Zeitvertreib. "Viele wissen gar nicht, dass man mit einer Marschtrommel viel mehr spielen kann und es ein sehr kreativer Sport ist", sagt er. Der Auftritt des KSC Strausberg wird von großem Jubel unter den Zuschauern begleitet. Viele tragen Shirts mit dem Logo ihres Fanfarenzugs.
Seit 39 Jahren ist Eyk Waelisch aus Frankfurt (Oder) bei der SG Fanfarenzug Potsdam. 53 Musiker im Alter von zwölf bis 44 Jahren sind nach Strausberg gereist, um zu gewinnen. "Bei uns steht die Show im Vordergrund", sagt er. Mit seinem Verein gewann er die 25. Fanfaronade. Die vergangenen 14 Tage hätten die Potsdamer täglich mehrere Stunden geprobt. Normalerweise treffen sie sich dreimal pro Woche. Das Schwierige sei, Musik und Bewegung zu vereinen. "Solche Wettkämpfe sind tolle Momente, die man im normalen Leben so nicht hätte. Als Titelverteidiger sehen wir natürlich die große Konkurrenz zu Strausberg. Die sind auch sehr gut. Das motiviert uns", sagt Eyk Waelisch. Seit 52 Jahren gibt es den SG Fanfarenzug Potsdam.
Bei der Fanfaronade, dem größten europäischen Leistungsvergleich in Marsch und Show für Naturtonfanfarenzüge, wird auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2016/2017 entschieden.
Potsdamer Fanfarenzug siegt knapp vor Strausbergern / Trotz enormer Hitze kamen etwa 1200 Besucher