Dass der Discounter von seinem derzeitigen Standort an der Ecke Altlandsberger Chaussee/Am Umspannwerk zum Gruscheweg ziehen wird, steht bereits fest. Was mit dem alten Gebäude passiert, ist bislang offen.  Die SPD-Fraktion hatte zur jüngsten Gemeindevertretersitzung den Vorschlag eingebracht, die Liegenschaft dann als "Jugendfreizeitforum" zu nutzen. Der Bürgermeister solle mit dem Eigentümer klären, ob und wie das möglich wäre.
Es handele sich um ein "wunderbares großes Gebäude", befand Marianne Hitzges für die Einreicher. Es biete Raum für flexible und vielfältige Innenraumgestaltung und mit dem dazugehörigen Außengelände viele Möglichkeiten. Es gebe Radweg und Bushaltestelle direkt in der Nähe, im unmittelbaren Umfeld aber keine Anwohner, so dass wenig Konfliktpotenzial entstehe, ergänzte sie. Da bislang nichts über Absichten des Discounters nach dem Auszug bekannt sei, sei die Idee entstanden. Sie erinnerte an Diskussionen mit Kindern und Jugendlichen vor der Kommunalwahl im vom IB betriebenen Klub Blaupause, wo die jungen Leute ihre Wünsche dargelegt hätten, unter anderem nach einem Basketballplatz, der ohne Konflikte mit Nachbarn nutzbar wäre.
Zudem sei die Situation am Bahnhof bekannt. Die sei "mehr als unbefriedigend" und beschäftige viele Neuenhagener. Während die Blaupause eher auf jüngere Jugendliche eingestellt sei, sei für die älteren das Aldi-Gebäude prädestiniert. "Wir sollten das mit dem Eigentümer klären und dann weitersehen", argumentierte sie.
Dagmar Schultz (Die Parteilosen) unterstützte das Anliegen, wollte aber den Auftrag an Bürgermeister Ansgar Scharnke ergänzt sehen. Er solle nicht nur die Konditionen mit dem Eigentümer klären, sondern auch die Frage, ob die gewünschte Nutzung an der Stelle planungsrechtlich möglich sei oder wie sie möglich werden könne. Hartmut Kretschmer (B 90/Grüne) begrüßte den SPD-Vorschlag ebenfalls und brachte noch eine Alternative ins Spiel: Wenn das Flurstück nicht für die Jugend genutzt werden könnte, sollte man es für andere gemeindliche Zwecke sichern, schlug er vor.
Robert Czaplinski (CDU) regte an,  gegebenenfalls Altlandsberg mit ins Boot zu holen, weil sich der Komplex am Ortsrand Richtung Nachbarstadt befindet. Marianne Hitzges bestätigte, es gebe dort "ähnliche Bedarfe" und man stehe den Plänen zumindest aufgeschlossen gegenüber.
SPD sieht genügend Bedarf
Anton Wulke (B 90/Grüne) bezweifelte, ob sich mit dem Jugendfreizeitforum die Bahnhofsproblematik lösen lasse. Der Treff wäre für die Gruppe zu weit entfernt. Ähnliches habe er von den dort eingesetzten Kontaktsozialarbeitern gehört, bestätigte der Bürgermeister. Marianne Hitzges sah auch ohne diese Gruppe genügend Bedarf: "Neuenhagen hat viele Jugendliche, die nicht am Rondell sitzen und Freizeitgestaltung wollen. Die haben auch ein Anrecht auf ein Angebot in der Gemeinde."
Die Gemeindevertretung stimmte dem um die Vorschläge von Dagmar Schultz und Hartmut Kretschmer ergänzten Beschlussantrag einstimmig zu.