Erstmals war die Traditionsveranstaltung vom Sonnabend auf den Freitag verlegt worden. "Wir hoffen, dass so ganze Schulklassen herkommen", sagte Bürgermeisterin Elke Stadeler zur Eröffnung in der Aula des OSZ. Die waren denn auch da und verteilten sich sogleich an den knapp 60 Infoständen von Firmen und Einrichtungen.
Zuvor hatte Finanzminister Helmuth Markov (Linke) die Bedeutung solcher Messen für Unternehmen und Jugendliche hervorgehoben. Böten sie doch für unentschlossene und suchende Schüler zwischen 14 und 18 Jahren - laut Minister waren das 2012 in Brandenburg 7400 - eine gute Gelegenheit, sich einen gewissen Überblick zu verschaffen. Zudem warb er für den Stand des Strausberger Finanzamtes. Das Land bilde inzwischen ja wieder aus.Landrat Gernot Schmidt (SPD) ließ eine launige Bemerkung folgen: "Jemand, der was Kreatives haben und Menschen ärgern will, der fängt beim Finanzamt an."
Schon mehrfach in Strausberg dabei ist die PCK Raffinerie GmbH aus Schwedt. "Wir haben hier gute Erfahrungen gemacht", erklärte Rainer Nitschke, der mit seinen Kollegen diverse Ausbildungsrichtungen im Angebot hatte - angefangen vom Chemielaboranten über den Industriemechaniker bis zur Bürokauffrau.
Auch das Straßenbauunternehmen Strabag ist wieder vor Ort. Da man in der Region ansässig sei, wolle man den Nachwuchs auch hier rekrutieren, sagt Ulrich Gröschel. Man sei nicht unzufrieden, "aber die Qualität könnte schon noch etwas besser sein".
Mit die meisten Nachfragen gab es an den Ständen der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland und der Bundespolizei. Sven, Neuntklässler der Lise-Meitner-Oberschule, hat sich dort ebenso über Ausbildungsrichtungen ins Bild setzen lassen, wie Carolin und Angelina vom Oberstufenzentrum. Die beiden Zwölftklässlerinnen könnten sich aber ihre berufliche Zukunft auch beim Finanzamt oder in der Stadtverwaltung vorstellen. Auf jeden Fall haben sie Broschüren und Flyer mitgenommen. Andere legen darauf weniger Wert. Sie greifen lieber zu Kugelschreibern, Schlüsselanhängern und anderen kostenfreien Dingen.
Neben den Ständen waren wieder diverse Seminare und Workshops vorbereitet worden. Dabei ging es u. a. um Auslandsaufenthalte, Studienberatung und Nachvermittlungsaktionen. Ob der Freitagnachmittag wirklich so günstig ist, bleibt fraglich. Die erhoffte größere Zahl von begleitenden Eltern hielt sich bei dem schönen Wetter doch sehr in Grenzen.