Das Papier lässt im Kulturpark für fünf Nächte Ausnahmen von der ab 22 Uhr geltenden Nachtruhe zu. Bei den Drachenbootfesttagen darf an zwei Abenden jeweils bis 2 Uhr gefeiert werden. Für drei weitere Veranstaltungstage ist der Beginn der Nachtruhe auf 24 Uhr festgelegt. Bisher waren zehn Veranstaltungen bis 2 Uhr möglich.
Oliver Haller, Chef von Fabrikneu-Events, Veranstalter von Drachenbootfesttagen und Cirque de la lune-Festival, sprach im Ausschuss von einem "plötzlichen und massiven Einschnitt". Unter diesen Voraussetzungen könne er keine sommers Veranstaltungen durchführen. Der Aufbau von Utensilien wie Zirkuszelt und Toiletten lohne sich erst bei Mehrfachnutzung. "Aus Langeweile, und, um Schulden zu machen, mache ich es nicht."
Bei Finanzierung von außen seien Grenzen erreicht. "Mehr als 60 Prozent unserer finanziellen Mittel bekommen wir von Sponsoren und Stadt. Mehr können wir nicht verlangen." Vorschläge von Veranstaltern wie temporärer Schallschutz seien nicht berücksichtigt worden, monierte Haller. "Wir beharren nicht auf 2 Uhr als Veranstaltungsende, aber warum wären nicht zehn Veranstaltungen bis 0 Uhr möglich?", fragte er.
Ordnungsamtsleiterin Gudrun Wolf betonte, dass das Landesumweltamt der Stadt klar mitgeteilt habe, "dass wir mit unseren Ausnahmegenehmigungen über das Ziel hinausschießen" und man mit Klagen der Anwohner rechnen müsse. Alle Lärm mindernden Maßnahmen hätten nicht geholfen. Die Messung im Sommer habe ein Ergebnis "jenseits von gut und böse" ergeben. Gudrun Wolf betonte, dass das Papier erst mal nur für 2019 gelte. "Wir wollen das Kulturveranstaltungskonzept abwarten."
Marcel Bobzin (sachkundiger Einwohner) wollte von Haller wissen, ob zehn Veranstaltungen bis 22 Uhr finanzierbar seien. "Das kann ich nicht pauschal sagen, das müsste man prüfen", sagte dieser. Andreas Köhler, ebenfalls Veranstalter im Park, gab aus seiner Erfahrung he­raus zu bedenken, "dass vor 22 Uhr keine Leute kommen". Der Bauausschuss müsse sich mal mit möglichen Lärmschutzvarianten beschäftigen. "Aber das spielt hier leider keine Rolle."
Jens Knoblich (grün, liberal, bürgernah) empfahl, das Prob­lem nicht auf die Anwohner zu schieben. "In der Frequenz wie in den vergangenen Jahren wurde der Kulturpark vorher nie bespielt. Das ist ein hausgemachtes Problem." Das Abwägen zwischen Risiko von Klagen und Ausfall von Veranstaltungen bezeichnete er als schwierige Entscheidung. (mst)