Erwin Wetzel vom VC Strausberg strahlte über das ganze Gesicht, denn er hatte mit seinem Team eine wirklich gute Sportveranstaltung organisiert. Für den kleinen Verein aus Strausberg ein gelungener Jahresabschluss und zugleich eine großartige Werbung für den Volleyballsport in der Region. Zahlreiche Trainer und auch Spieler aus anderen Vereinen waren gekommen, um die Nationalteams aus Deutschland und Holland zu sehen. "Klar, man lernt immer etwas", gab Karoline Hackenschmidt, Spielerin beim VC Strausberg, nach der Partie zu.
Das Spiel begann mit hohem Tempo. Vor allem die Holländerinnen legten gleich richtig los. Schnell gingen sie mit 3:0 in Führung. Doch im weiteren Verlauf entwickelte sich eine sehr spannende und auch kämpferisch geprägte Partie, in der sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen konnte. Auffälligste Spielerinnen waren bei den Holländerinnen Eline Timmermann und Iris Scholten sowie bei den Deutschen Gina Köppen und Hanna Ortmann. Vor allem die Angriffsbälle von Hanna Ortmann machten Eindruck und gelegentlich konnte man auch ein Raunen auf den Rängen vernehmen, wenn sie knallhart über das Netz schmetterte. Die Deutschen verloren den ersten Satz mit 23:25.
Auch im zweiten Durchgang hatten die Holländerinnen wieder den besseren Start und erneut war nach wenigen Sekunden ein 3:0 auf der Anzeigetafel zu lesen. Die Mannschaft von Trainer Martin Wate Frydnes konnte sich aber steigern und siegte schließlich mit 25:19. Die beiden folgenden Sätze gingen an die Niederländerinnen (25:23 und 25:17).
Nach dem Spiel zeigten sich beide Trainer zufrieden. Hollands Julien van de Vyver sagte: "Ich bin mit dem Stand der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaftsqualifikationsrunde sehr zufrieden." Seine Mannschaft muss nach Rumänien und trifft dort auf Gastgeber, Estland sowie Frankreich. "Frankreich ist der große Favorit, aber ich denke schon, dass wir gute Chancen haben." Julien van de Vyver zeigte sich beeindruckt von den Gastgebern in Strausberg. "Für einen kleinen Verein ist das sicherlich ein Höhepunkt. Ich kenne das aus meinem Heimatland. Nach den Olympischen Spielen von Rio, unsere Frauen wurden Vierte, ist eine kleine Euphorie in puncto Volleyball entstanden."
"Natürlich wäre ein Sieg schöner gewesen. Aber ich musste umstellen, auch weil unsere wichtige Zuspielerin Pia Kästner heute verletzungsbedingt fehlte", erklärte Deutschlands Cheftrainer Martin Wate Frydnes. "Ich habe einige gute Aspekte in unserem Spiel gesehen. Vor allem im Angriff brauche ich mir offensichtlich keine großen Sorgen machen. Was noch nicht ganz so gut klappt, ist der defensive Bereich. Leider musste ich auch sehen, dass wir viele leichte Fehler gemacht haben. Aber dafür ist ja die Vorbereitung auch da."
Martin Wate Frydnes ist mit seiner Mannschaft, wie auch das Team aus Holland, im Trainingslager in Kienbaum. Während Julien van de Vyver seiner Mannschaft zum Jahreswechsel freigegeben hat, will Martin Wate Frydne auch am Neujahrstag trainieren.
Und, was sagen die regionalen Fachleute zum Spiel? Einer von ihnen ist Rüdiger Horn, Trainer mit einer B-Lizenz. "Es war ein gutes Spiel, auch mit einigen taktischen Raffinessen. Am Ende hat der deutsche Trainer mehrere Varianten ausprobiert. Da war der Spielfluss ein wenig weg. Für mich persönlich war die Freude groß, dass es Maike Herzog in den Kreis der Nationalmannschaft geschafft hat." Maike Herzog kommt aus Neuenhagen bei Berlin.