Mit so großer Resonanz hatten wir nicht zu rechnen gewagt", freute sich Nathalie Richter über die Scharen von Kindern und Eltern, die sich am Sonnabend im großen Saal der Trebnitzer Gaststätte "Zur Ostbahn" einfanden. Kurzfristig hatten die Organisatoren der Benefizaktion für die in Gründung befindliche freie Schule deshalb noch ein paar Kuchen und Würstchen mehr geordert. Während Letztere verbilligt vom Wildhof Müncheberg bereitgestellt wurden, kam das Gemüse von Almas Garten und der Gärtnerei Apfeltraum, listete Nathalie Richter die Unterstützer allein im kulinarischen Bereich auf. Darüber hi­naus sei man dankbar für die Hilfe vom Kreis-, Kinder- und Jugendring (KKJR) und dem Gaststättenbetreiber – sowie von allen, die sich in das bunte Kulturprogramm einbrachten.
Zum Beispiel die regionalen Bands Kiwanokey und Salty Matches, die Live-Musik beisteuerten, oder gleich zum Auftakt nachmittags das Schattentheater unter Einbindung von Flüchtlingsgeschichten. Abends war es als "Hauptact" auf der Bühne dann noch der Berliner FIL, der für Stimmung sorgte.
Mittendrin nutzten die Vertreter des Vereins Lernvielfalt in Märkisch-Oderland (LiMO) die Gelegenheit, einmal in so großer Runde vom Schulprojekt als solches sowie dem aktuellen Stand der Dinge zu berichten. Manuela Drewas verwies auf das besondere Konzept, zu dem ein Morgenkreis, Unterrichtszeiten in festen und temporären Lerngruppen, eine offene Bühne ("falls jemand ein Projekt vorstellen oder ein Gedicht aufsagen will") und einiges mehr gehören.
Enger Kontakt zu den Eltern ist eine weitere wichtige Säule, zugleich sei man sich durchaus der Tatsache bewusst, dass nicht jedes Kind für diese spezielle Schulform geeignet sei, ergänzte Nathalie Richter. Im Mai 2020 werde man deshalb alle interessierten Eltern und die Kinder zum Aufnahmegespräch einladen, um neben anderen Punkten auch dies genau zu ergründen. Die Verträge würden dann Ende Mai unterzeichnet, und nach dem beabsichtigten Start zum neuen Schuljahr im August hat das Team für September noch eine "Elternschule" geplant: "Damit wir Absprachen treffen, mit Eltern, Lehrern und Schulbegleitern wirklich alle an einem Strang ziehen."
Finanzplan über zehn Jahre
Auf zehn Jahre ausgerichtet ist der Finanzplan. Die ersten drei davon muss die neue Schule noch ohne staatliche Zuschüsse auskommen, 450 000 Euro würden für diese Startphase benötigt. Kein Kleckerbetrag, "doch die Kreditbereitschaftserklärung der GLS-Bank haben wir schon bekommen". Nun gehe es darum, für den Bürgschaftskredit Menschen zu finden, die für Anteile in Höhe bis zu 3000 Euro als Bürgen auftreten. Das Risiko sei durch Kontrollen des Kreditgebers wie des Ministeriums denkbar gering.
Mit der Schulgenehmigung rechne man bis Juni. Dann würden die Container auf den Gelände in Eggersdorf/Mü. aufgestellt. Beim Verzieren hoffe man auf handwerklich-künstlerische Hilfe von Eltern. Die sind auch bei den wöchentlichen Treffen mittwochs um 19.45 Uhr im Müncheberger "Thälmanns" willkommen.
Nähere Infos zu Verein/Vorhaben, Kontakt, Termine: www.lernvielfalt.org