Der Verein Denkmal Kaiserbahnhof Hoppegarten hat sich am Freitag gegründet und nimmt nun seine Arbeit auf. Hauptanliegen ist es, Interessenten und Unterstützer für die anstehende Sanierung des denkmalgeschützten Kaiserbahnhofs zu finden.
Der Kaiserbahnhof zeigt nicht, was in ihm steckt und erst recht nicht, was aus ihm werden könnte. Drin steckt im Augenblick noch viel Arbeit, marodes Gemäuer, morsche Dielen, kaputte Fenster, undichte Dächer, aber auch spannende Details, wie Stuck, Farbe, und eine über 100-jährige Geschichte. Draus werden könnte sehr viel, wenn man nur das nötige Geld, den nötigen Schwung und die richtige Motivation hat. Das haben die Gemeindevertreter vergangenes Jahr festgestellt, nachdem sie Eigentümer des einzigartigen Denkmals geworden waren. Sie hatten vorher lange Zeit vergeblich nach Investoren gesucht, die dem Bahnhof mit aller Vergangenheit und Zukunft entwickeln und bewirtschaften würden.
Aber, die Hoppegartener stehen zum Denkmal und so stellten sie die Weichen mit einem Grundsatzbeschluss. Die Gemeinde selbst wird die Sanierung des Denkmals in die Hand nehmen. Im Haushalt stehen für dieses Jahr 100 000 Euro für die ersten Schritte bereit.
Parallel dazu hat sich am Freitag ein Verein gegründet. Dem gehören namhafte Leute an, die das gleiche Ziel haben. So der Landrat Gernot Schmidt, die Bundestagsabgeordnete Dagmar Enkelmann, der Eigner der Galopprennbahn Hoppegarten Gerhard Schöningh und die Bürgermeister Uwe Klett von Fredersdorf-Vogelsdorf und Karten Knobbe von Hoppegarten. Der Alt-Bürgermeister Klaus Ahrens, sowie der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin-Gorzow (IGOB), Karl-Heinz Boßan. Boßan bringt bei der Restaurierung von Bahnhöfen an der Ostbahn schon eine Menge Know-how mit. Von den Erfahrungen des Vorstandsmitglieds Astrid Fritsche, die in der Denkmalpflege Brandenburger Schlösser tätig ist und dem Kulturverein Grünes Tor vorsteht, wird man im jungen Verein ebenfalls profitieren können. Als Vorsitzenden bestimmte die Gründungsversammlung den Hoppegartener Bürgermeister Karsten Knobbe. "Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, bei der Sanierung des Gebäudes jede mögliche Art von Publicity bis Spenden einzuwerben", erklärte Karsten Knobbe. Jetzt gehe es darum, die Planungen voranzubringen, sagte er. Gediegene Grundlage dafür sind die Untersuchungen und Dokumentationen des Masterstudiengangs Denkmalpflege der TU Berlin.
Hier hatten vor zwei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege fast zwei Dutzend Studenten Balken für Balken untersucht und den gegenwärtigen Zustand dokumentiert. So liegt als Gesamtdokumentation schon die Bauforschung und eine Sanierungsplanung vor. Auch verschiedene Nutzungskonzepte wurden vorgestellt, mit denen sich die Gemeindevertreter bereits bei der Veröffentlichung vertraut machen konnten.