"Ich führe fast täglich Gespräche. Gerade in Krisenzeiten sind persönliche Kontakte besonders wichtig", weiß Drews, hilft und unterstützt mit seinem blau-weißen Team wo er nur kann. Sein erweiterter Vorstand führte kürzlich eine planmäßige Sitzung erstmals per Videokonferenz durch. "Wie immer wurden dabei hinter den Kulissen tausend kleine Dinge besprochen und organisiert." Im Normalfall findet solch eine Besprechung nicht virtuell, sondern am großen Tisch statt. Dafür wäre auch das Casino Blau-Weiß ein passender Ort. Gerade jetzt, wo es in neuem Glanz erstrahlt.
Dafür sorgten die Ü35-Fußballer des Vereins. Mit einem Arbeitseinsatz hatten sie zum Rückrundenbeginn das Casino auf dem Waldsportplatz auf Vordermann gebracht, ihrem ‚Wohnzimmer‘ neuen Glanz verliehen. Der komplette Fußboden wurde abgeschliffen, neu eingelassen und versiegelt. Zudem wurde das gesamte Inventar gereinigt, die unzähligen Pokale geputzt sowie Tische und Stühle mit neuen Filz-Gleitern bestückt. "Eine tolle Leistung", lobte Präsident Drews das ehrenamtliche Engagement der Ü35, der sogenannten ‚Alten Herren‘ seines Fußball-Vereins. Doch nun ist auch das Casino seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie geschlossen, der neue Glanz nicht sichtbar. "Weitere Sanierungen oder Verschönerungen sind momentan leider nicht möglich. Auch die Idee einer Schrott-Entrümpelungs-Aktion konnte nicht umgesetzt werden", informiert Drews.
Gern erinnert er sich an den letzten Heimspieltag auf dem Waldsportplatz. Am 7. März hatten die Blau-Weißen, nach sieben sieglosen Spielen, ihren ersten Punktspielsieg im Jahr 2020 in der Brandenburg-Liga gefeiert. Und dieser fiel gewaltig aus: Mit einem satten 9:0 wurde Eintracht Miersdorf/Zeuthen vom heimischen Kunstrasen gefegt. Damit schoben sich die Doppeldörfler auf Platz sieben der Tabelle mit 28 Punkten und 38:21 Toren vor. So sieht das eingefrorene Ranking auch heute noch aus.
Fußballer im Homeffice
Aktuell halten sich die blau-weißen Fußballerinnen und Fußballer, zumeist im Homeoffice, einzeln mit Joggen und Fahrradfahren fit. Um die Kontakte nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren, gibt es Fitness-Anregungen in den sozialen Medien, Quizrunden, lustige Spielchen und Animationen. Die Fußballer der I. Mannschaft absolvieren ein vorgegebenes Trainings-Pensum.
Inzwischen gibt es aber auch aktuelle Personal-Entscheidungen für die kommende Spielzeit. Der Cheftrainer der I. Mannschaft, Roman Sedlak, und Team-Managerin Mareike Heilemann bleiben für ein weiteres Jahr dem blau-weißen Fußball treu. Resad Demann, zehn Jahre Spieler und langjähriger Kapitän bei den Blau-Weißen, wird neuer zweiter Co-Trainer neben Maik Fochler. "Eine gute Kombination. Ich freue mich, dass Resad wieder da ist", sagt Peter Drews. "Lobenswert ist weiterhin zu erwähnen, dass unser Brandenburgliga-Team im April freiwillig auf 50 Prozent der vertraglichen Aufwandsentschädigungen verzichtete", freute sich der Präsident. "Das Trainer-Duo unserer Kreisoberliga-Mannschaft verzichtete gar komplett auf die ihm zustehende finanzielle Unterstützung."
Doch wie geht es weiter? Diese sehnsüchtige Frage beschäftigt Alle. Wann kommen die ersten Lockerungen, und wann ertönt der Wiederanpfiff auf dem Waldsportplatz? "Der gesundheitliche Schutz der Menschen steht an erster Stelle", betont Peter Drews. "Meine Gedanken sind aber auch bei all jenen, auf denen nun wirtschaftlich schwere Zeiten zukommen. Zurzeit sind noch alle Sponsoren am Ball und halten uns die Treue. Sicher wird es durch die Coronakrise einige betroffene Firmen geben, was auch wir bestimmt finanziell spüren werden. Das wird auch Auswirkungen auf unseren Verein haben, eine Herausforderung der wir uns stellen müssen und werden. Gemeinsam werden wir natürlich versuchen, das Gröbste aufzufangen", so Drews.
Trainingsbeginn ist ein Thema
"Kein Spielbetrieb" ist noch auf der Startseite des neugestalteten modernen Internet-Auftrittes des Zweigvereins Fußball des SV Blau-Weiß Petershagen-Eggersdorf (www.sv-blau-weiss.net) zu lesen. Auch hier gibt es online News über die weitere Aussetzung des Spielbetriebes. "Auf jeden Fall ist der Beginn des Trainingsbetriebes bereits ein Thema", bestätigt Peter Drews. "Darüber entscheiden die jeweiligen Landkreise." Die aktuellste Verordnung des Landes läuft noch bis zum 8. Mai. Individuelle Lösungen sind möglich. "Ich stehe dazu in ständigem Kontakt mit unserem Bürgermeister Marco Rutter, der übrigens heute mit dem Fachbereichsleiter Ordnungsverwaltung zusammensitzen wird. Ein Thema wird natürlich die Öffnung des Waldsportplatzes mit den notwendigen auflagen sein."
Seriös kann nicht eingeschätzt werden, wie es mit der Fußball-Saison 2019/2020 weitergeht. Verlängern oder Einstellen. Beides wird derzeit weiter heftig diskutiert. "Eine mehrheitliche Entscheidung, die unsere I. und II. Männermannschaft befürwortet haben, gibt es schon im Fußball-Land Brandenburg: Nicht über den 30. Juni hinaus die Saison weiterzuspielen. "Aber auch sogenannte englische Wochen wären für unseren Verein nicht zu stemmen", sagt Präsident Drews.
Abgesagt wurden inzwischen die ersten beiden Fußball-Feriencamps, der Fritze-Cup und das Oktoberfest der Blau-Weißen in diesem Jahr. "Das stimmt mich natürlich auch persönlich sehr traurig", fühlt Peter Drews mit allen Beteiligten mit. "Ebenso, dass die vielen starken sportlichen Ergebnisse unserer kleinen und großen Fußballer mit dem plötzlichen Saison-Stopp zum Stillstand kamen. Beispielsweise die angestrebte mögliche Tor-Rekord-Bestmarke unseres Ü35-Fußballers Marcus Seebe." Der erzielte in der Kreisliga in 13 Spielen 32 Treffer.
Somit dreht momentan nur der kommunale Mäh-Roboter, zurzeit der Einzige der täglich auf den heiligen Rasen darf, fleißig seine endlosen Runden auf dem Waldsportplatz. Das satte Grün verrät, dem Platz tut das gut. Außerdem kümmert sich seit April eine vertraglich gebundene Firma um die qualitative Rasenpflege. Zudem beschlossen die Gemeindevertreter Anfang des Jahres einen neuen Nutzungsvertrag, der den ortsansässigen Vereinen des Doppeldorfes erlaubt, die kommunalen Sportstätten kostenfrei zu nutzen. "Das war ein richtiges Signal und ist gut für alle Vereine in Petershagen-Eggersdorf", dankt Drews. Es gibt also auch Positives zu verkünden.
"Ich werde unseren Verein auf keinen Fall in ein unsicheres Fahrwasser führen. Blau-Weiß lebt!", betont Präsident Drews.